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Leserbrief

So nicht, Herr Seger!

Gebi Schurti, Berufsjäger, Lawenastrasse 12, Triesen | 19. Februar 2020

Ich wollte mich eigentlich nicht zum Thema Ökologischer Jagdverein (ÖJV) äussern, zu den neuen, selbsternannten Jagdpäpsten und Experten im Land. Aber ein paar Aussagen des Herrn Präsidenten Seger kann ich so nicht stehen lassen. Aussagen wie, ich zitiere: «Seit 20 Jahren werde mit einem hohen Jagddruck auf das Wild eine ineffiziente Jagd betrieben und zudem gegen Jagd-, Wald- und Tierschutzgesetz verstossen, das muss ein Ende haben», so Seger im «Volksblatt».
Sie, Herr Seger, lehnen sich da weit aus dem Fenster. Das sind einerseits heftige, unhaltbare und unbewiesene Vorwürfe, anderseits ist das Populismus in Reinkultur (Etwas wird beim Leser schon hängenbleiben.) Ich und viele Jagdpächter und Jagdaufseher müssen uns das von einem jagdlichen Frischling, der noch kaum in Liechtenstein gejagt hat, nicht gefallen lassen. Der Leistungsausweis der Liechtensteiner Jäger kann sich sehen lassen. Wir haben während der letzten 20 Jahre unseren Wildbestand massiv gesenkt und das mit Anstand, Ethik und Achtung vor der Kreatur. Dass sich bei einer Reduktion Jagddruck nicht vermeiden lässt, liegt in der Sache der Natur. Denn im Wohnzimmer zu Hause erledigt man den Abschuss nicht.
Ich weiss nicht, woher Sie Ihr enormes Wissen haben. Was mir speziell auffällt, ist, dass Sie sich stetig widersprechen. Uns werfen Sie Sachen vor, die dann bei den von Ihnen so hoch gepriesenen staatlichen Jagdaufsehern, sprich Jagdgesetz, Ethik und Tierschutz, total ausgehebelt würden.
Ich bin nun seit 35 Jahren Berufsjäger in Liechtenstein und habe meinen Beitrag zur Reduktion geleistet. Habe die Zeit miterlebt, wo wir weit überhöhte Wildbestände hatten. Fütterungen wurden gebaut, Fütterungen wurden aufgelassen. Wir erfüllen seit Jahren Abschussvorgaben, die weit über dem Zuwachs liegen und im Verhältnis zur Fläche den grössten Abschuss pro 100 Hektar Wald in grosser Umgebung tätigen.
Wir verwehren uns auch keiner weiteren Reduktion der Wildbestände, aber über die Art und Weise wie, gehen vermutlich Ihre und unsere Ansichten auseinander. Ich unterstelle Ihnen jetzt mal, dass Ihr Motto lautet: Wenig zahlen, viel schies­sen.
Jagd bedeutet Verantwortung, Ausdauer, Fachwissen und vor allem Praxis. Wer glaubt, nur weil man ein paar Bücher gelesen habe, alles zu wissen, der täuscht sich. Herr Seger, wie und wo Sie in Zukunft jagen wollen, ist mir egal. Aber unterlassen Sie Ihre Seitenhiebe auf Jagdpächter und Jagdaufseher. Wir können unseren Leistungsausweis vorweisen, Ihrer/eurer lässt noch auf sich warten.


Gebi Schurti, Berufsjäger,
Lawenastrasse 12, Triesen

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