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Leserbrief

Aber, aber ...

Leopold SchurtiForsthof 50, Triesen | 10. Februar 2020

Heute Abend sind die Mitglieder der VBO zu einer Mitgliederversammlung eingeladen. Es gibt nur ein Traktandum: «Aufklärung der öffentlich geäusserten Kritik und Klärung der Vertrauensfrage gegenüber Vorstand und Geschäftsführer.»
Den Vorstand der VBO habe ich nie kritisiert. Meine Kritik richtet sich an den Geschäftsführer. Man könne die Kritik in keinem Punkt nachvollziehen, wird behauptet. Der Geschäftsführer habe die VBO zusammen mit den jeweiligen Vorständen zu einer erfolgreichen Interessenvertretung aufgebaut. Die VBO profitiere davon, dass der Geschäftsführer gut vernetzt sei und bei Bedarf notwendige personelle Ressourcen zur Verfügung stellen könne.
Besonders erfolgreich vertritt der Geschäftsführer m. E. seine eigenen Interessen. Es stellt sich die Frage, ob es sich beim guten Netzwerk des Geschäftsführers nicht eher um einen undurchsichtigen Filz handelt? Da wird behauptet, dass die Bioberatung nicht durch die KBA, sondern durch deren Mitarbeiter Herr Dr. Bernardi ausgeführt werde. Aber, aber, was soll das? Warum hat denn Herr Bernardi in den letzten Tagen einige Bauern besucht? Nur wegen Bodenproben etc.? Oder ging es doch eher darum, zugleich die Notwendigkeit der Teilnahme an der heutigen Versammlung kundzutun? War er als KBA-Mitarbeiter oder für die VBO oder einfach als Bioberater unterwegs? Wenn das Letztere zutrifft, wird die KBA die Besuche wohl über die scheinbar neutrale Bioberatung abrechnen.
Richtigerweise müsste nicht nur von Doppelfunktion gesprochen werden, sondern von Mehrfachfunktionen. Klaus Büchel führt Aufträge der Regierung bzw. des Amtes für Umwelt aus, ist Geschäftsführer der VBO, und seine Firma macht die Bioberatung und vieles mehr.
Im Quervergleich mit der Schweiz stünden die Liechtensteiner Bauern sehr gut da, wird in der Einladung für heute Abend betont (wurde sie von der KBA formuliert?). Ein Vergleich mit dem Kanton St. Gallen zeigt aber, dass die Interessen der Bauern viel kostengünstiger vertreten werden können, und die Bauern trotzdem gut dastehen. 2018 betrug der Aufwand der VBO rund 500 000 Franken für rund 100 Bauern. Der St. Galler Bauernverband brachte im gleichen Jahr für 3486 Landwirte rund 3 200 000 auf. In Liechtenstein gingen pro Bauer also 5000 Franken auf, in St. Gallen pro Bauer aber nur gut 900 Franken.
Vor diesem Hintergrund empfehle heute Abend Stimmenthaltung. Die Suche nach einem neuen Präsidenten wird mit einem neuen Geschäftsführer sicher auch leichter.

Leopold Schurti
Forsthof 50, Triesen

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