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Leserbrief

Widersprüchliches bei der Gegnerschaft

Helmuth Marxer, Floraweg 19, Vaduz | 29. Januar 2020

Viele Voten an der Rheindammdiskussion im vollen Rathaussaal liefen darauf hinaus, der Verkehr auf der Landstrasse stosse an seine Grenzen und die Sperrung des Rheindammes für Autos mache alles noch schlimmer. Wenn es dann aber um Lösungsvorschläge ging, kam bei den Gegnern doch sehr Widersprüchliches zum Vorschein. Die einen möchten die Lochgasse und den Rheindamm zu einer Umfahrungsstrasse ausbauen, die anderen lediglich den Rheindamm für den Verkehr wie bisher freigeben. Ich gehe davon aus, dass im Jahre 2020 wohl kaum mehr jemand ernsthaft eine Umfahrungsstrasse bauen möchte. Fachleute sagen es uns, mit Umfahrungsstrassen wird Verkehr angezogen und die anfängliche Entlastung wird durch den Mehrverkehr nach kurzer Zeit neutralisiert. Die Schaaner würden die Umfahrung wahrscheinlich begrüssen. Auf dem Weg nach Sargans würde kaum mehr jemand den langen Umweg über Buchs zur Autobahn machen, wenn ihnen die Vaduzer einen bequemen Autobahnzubringer vor die Türe bauen. Also: Umfahrung abhaken, sie passt nicht in die heutige Zeit, den Verkehr umweltverträglich zu gestalten sowie das Naherholungsgebiet zu schützen.
Also bleibt noch: den Rheindamm wie bis jetzt offenlassen. Aber wenn, müssen Sicherheitsmassnahmen, – wie z. B. signalisierte Geschwindigkeit von Tempo 50 kontrollieren, Lochgasse zwischen Rheindamm und Schaanerstrasse auf Tempo 30 reduzieren, den Knoten Binnendamm-Lochgasse sicherer gestalten – getroffen werden. Und diese Massnahmen werden diese Variante wieder langsamer und unattraktiv machen. Das passt aber wieder nicht zum Hauptargument der Gegner, nämlich dass die Öffnung die Landstrasse entlasten soll.
Praktisch bei allen Voten der Gegner ging es nur um den Verkehr. Dabei geht es v. a. darum, ob wir ein weiteres Naherholungsgebiet dem Verkehr opfern sollen. Vor 20 Jahren war es das Gebiet zwischen Rheinbrücke und Stadion, das geopfert wurde, und nun wird bereits an einer Umfahrung von der Rheinbrücke nach Triesen geplant. Das dorfnahe Erholungsgebiet kommt massiv unter Druck.
Halten wir uns an die Fakten der Verkehrsplaner. Diese haben schwarz auf weiss bewiesen, dass die Entlastung marginal ausfallen würde und dass man bei Fahrt über den Rheindamm in den Morgen- und Abendspitzen zwischen einer Minute langsamer und bis drei Minuten schneller ist als via Adlerkreisel.

Helmuth Marxer, Floraweg 19, Vaduz

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