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Leserbrief

Katastrophale Menschenrechts- verletzungen in Liechtenstein!

Kurt Alois Kind, Postfach 112, Eschen | 18. Dezember 2019

Herr Regierungschef!
Ich hoffe, Sie haben den Artikel «Der viel zu lange Weg ins Gefängnis» in der «Vaterland»-Ausgabe vom Samstag (14. Dezember) gelesen! Frau Susanne Güsten bittet um politische Hilfe! Sehen Sie in den Spiegel!
Genau Sie als ehemaliger Polizeichef schauen schon seit 2004 zu, wie unsere Gefangenen aus Liechtenstein genau gleich behandelt werden wie in der Türkei! Sie werden Hunderte Kilometer weit weg von ihren Angehörigen gebracht und im Nachbarland inhaftiert, nur weil unser Gefängnis seit Jahren nicht mehr den Sicherheitsvorschriften entspricht. Schon seit 15 Jahren gehen Ihnen die Gefangenen am verlängerten Rücken vorbei!
Jetzt haben wir den ersten toten Häftling, der in einem österreichischen Gefängnis verstorben ist! 475 km von Liechtenstein entfernt ist das Gefängnis in Garsten bei Steyr! Für einen Besuch legen die Familienmitglieder einen Weg von 950 km zurück! Welch Schmerz für die Angehörigen, wenn der Gefangene noch dazu krank ist!
Ich klage Sie an, 15 Jahre nichts für die Menschenrechte der Gefangenen in Liechtenstein getan zu haben – weder als Polizeichef noch als Regierungschef!
Nur aus finanziellen Gründen wegen ein paar Franken haben Sie die Vereinbarung getroffen, unsere Gefangenen weit weg von ihren Familien ins Nachbarland zu schleppen! Es gäbe genügend politische Möglichkeiten, die Haftunterbringung im Rheintal, beispielsweise in Chur, zu realisieren! Man muss nur wollen!
Warum haben Sie keinen Neubau in Vaduz beim Wille-Areal in die Wege geleitet? Genau wie im Artikel vom Samstag geht es den Angehörigen von Gefangenen in unserem Lande! Es ist eine ungeheure Schande für Liechtenstein!
Sollte man nicht Sie, Herr Regierungschef, nach Garsten bringen, damit Sie persönlich dieses Unrecht spüren, das Sie den Gefangenen und Familienangehörigen in all den Jahren angetan haben? Gegen Sie und alle Juristen, die bei diesem rechtswidrigen Unrecht über Jahre weggeschaut haben, sind Konsequenzen von der Landtagspolitik zu fordern, um die Glaubwürdigkeit an den Staat wieder herzustellen!
Es ist höchste Zeit!
Mag einer denken und das Gefühl haben, ich wäre zu laut? Ja, ich bin zu Recht laut über so viel Ungerechtigkeit! Seelische Langzeitfolgen durch unmenschliche Haftumstände sind irreparabel und schmerzlich. Gefangene haben wie alle anderen das Recht auf Liebe und Gerechtigkeit!

Kurt Alois Kind, Postfach 112, Eschen

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