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Leserbrief

Begriffsverwirrung als gezielte Taktik

Hans Mechnig, Tröxle 46, Schaan | 11. Dezember 2019

Das ist einer der Gründe, weshalb politische Diskussionen mit Linken in der Regel ein schwieriges, um nicht zu sagen aussichtsloses Unterfangen sind. Eine präzise Sprache wird strikt vermieden. Zum Beispiel wenn sie – der Klassiker schlechthin – vom «Kapitalismus» reden; vom «Neoliberalismus», von der «sozialen Gerechtigkeit» von «Migranten» und «Flüchtlingen», oder von «Chancengleichheit». Oder denken wir an die sogenannten «Menschenrechte», wo sie die ursprüngliche Idee von Abwehrrechten in Anspruchsrechte verdreht haben. Was wird alleine damit für Schindluder betrieben! Sie drehen und wenden die Begriffe, wie es ihnen passt, oder wie es die Situation gerade erfordert. Die einzelnen Worte stehen für alles und gleichzeitig für nichts; verwandeln sich in Allzweckwaffen. Das Ziel ist die Einnahme der unangefochtenen Diskurshoheit. Immer und überall!
Ein kleines Beispiel? Das Initiativkomitee von «HalbeHalbe» bietet Anschauungsunterricht. Da heisst es zum Beispiel: «(…) Wenn schon Frauen und Männer vor dem Gesetz gleich sind, sollte dies auch in der Wirklichkeit so sein. Davon ist Liechtenstein bezüglich der Chancengleichheit noch weit entfernt.»
Wie ist die Aussage zu verstehen? Vermutlich soll damit gesagt werden, dass Gremien und Institutionen von Frauen und Männern in einem ausgewogenen Verhältnis besetzt wären, wenn eine Chancengleichheit gegeben wäre. Oder mit anderen Worten: Wo keine Ergebnisgleichheit vorliegt, liegt der Grund zwingend in einer fehlenden Chancengleichheit (und damit muss Diskriminierung vorliegen)!
Damit werden unter anderem zwei unverrückbare Punkte linker Argumentation bestätigt.
1. Ergebnisgleichheit ist uneingeschränkt positiv und muss deshalb – koste es, was es wolle – durchgesetzt werden.
2. Einzige Determinante für die Ergebnisgleichheit ist die Chancengleichheit. Natürlich wissen auch die Linken, dass dem nicht so ist. Dass Ergebnisse selbstverständlich noch von anderen Dingen abhängen. Von Begabungen, Interessen, Präferenzen etc. Aber dafür, dass ein bestimmter Mensch an gewissen Dingen eben kein oder weniger Interesse, oder eben einfach andere Präferenzen hat, kann man nicht alle anderen verantwortlich machen. Interesse, Talent, Hingabe etc. kann man von anderen Menschen nicht ständig für wieder andere einfordern, oder Regierungen und Politik damit erpressen und vor sich hertreiben. Wenn man alles auf eine «fehlende Chancengleichheit» eindampft, dann ist das alles möglich. Dazu auch noch im Namen des vermeintlich «Guten». So hanebüchen die Vorwürfe auch sind.

Hans Mechnig, Tröxle 46, Schaan

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