Volksblatt Werbung
Leserbrief

Der Unfall kann jedem passieren

Karin Jenny,Undere Rüttigasse 5, Vaduz | 6. Dezember 2019

Der Unfall des Schülerbusses vergangenen Freitag war ein Unfall, wie er jederzeit passieren kann. Pech für den Busfahrer, Pech für die verletzten Schüler/-innen. Ob jetzt mehr oder weniger Schüler den Bus benutzten, scheint irrelevant.
So langsam kommen die «beruhigenden» Pressemitteilungen der betroffenen Betriebe. Es hat was Faszinierendes, wie in allen Statements der Unfall thematisiert wird und dauernd so getan wird, als ob es allein darum ginge.
Warum tabuisiert man das eigentliche Problem dieses Vorgangs? Warum ist nicht die Weiterfahrt ohne Stopp das eigentlich Fahrlässige? Der Unfall kann passieren. Das danach aber wohl kaum. Egal, ob der Busfahrer nun keine Schüler mehr transportiert oder nicht – ich habe bis heute keine Entschuldigung wegen dieses Verhaltens vernommen.
Stellen wir uns vor, dasselbe passiert uns im Privatauto. Wir holen keine Polizei, fahren weiter und lassen die verletzte Person ihres Weges gehen, kümmern uns um nichts. Das alles kann nicht mit einem Schockzustand erklärt werden. Von einem Berufslenker kann erwartet werden, dass er sich auch bei einem Bremsmanöver professionell verhält. Dass er keinen Schülerbus mehr fahren will, ist verständlich. Weniger verständlich ist, warum weder er selbst, noch die betroffenen Betriebe darauf eingehen, dass er quasi den Unfallort verlassen und sich um nichts gekümmert hat. Das ist nämlich der wirklich entscheidende Punkt an der Geschichte.

Karin Jenny,
Undere Rüttigasse 5, Vaduz

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung