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Leserbrief

Krankenkassen- prämienverbilligung hat einen grossen Schwachpunkt

Helmut Schwendinger, Poliweg 20, Ruggell | 27. November 2019

Zuerst ein kleines Dankeschön an Johannes Kaiser und die VU, die den Stein für die Ausweitung
der Prämienverbilligung für Einkommensschwache ins Rollen gebracht haben.
Vor allem Alleinstehende und Rentner-Ehepaare werden in den Genuss einer Prämienverbilligung kommen, was zu begrüssen ist, weil diese in den vergangenen Jahren mehr als nur zu kurz gekommen sind.
Was aber alle Gesetzesvorlagen vergessen haben – auch die der FBP – sind Lehrlinge, Alleinerziehende und Ehepaare mit Kindern, die sich in einer schulischen Ausbildung befinden (Matura, Studium) – dort ist die Belastung für Familien am grössten. Und das ist der grosse Schwachpunkt dieser Gesetzesänderung. Sie zeigt, dass man sich mit den Fragen wo und wann die Belastung für Familien mit Kindern – ob alleinerziehend oder als Ehepaar – am grössten sind, gar nicht richtig befasst hat. Nur Einkommensgrenzen nach oben anzuheben, ist zu einfach.
Und hier der Schwachpunkt in Zahlen. Kinder zahlen ab dem 17 Lebensjahr Prämie (200 Franken), dann, wenn sie 18 sind, fällt auch das Kindergeld weg (300 Franken), was eine zusätzliche monatliche Belastung für Alleinstehende und Ehegatten pro Kind von 500 Franken bedeutet, bei zwei Kindern wären es dann schon 1000 Franken.
Da wird auch das neue Gesetz nichts daran ändern. Denn Eltern zahlen bis zum Alter von 25 Jahren für ihre Kinder.
Es kann ja auch nicht sein, dass Lehrlinge im ersten Lehrjahr, ihren halben Nettolohn für Krankenkassenprämien hergeben müssen. Das grenzt schon an Ausbeutung und würde gegen die Kinderrechtskonvention verstossen. Bei Jugendlichen, die sich für Matura und Studium entscheiden, müssen weiterhin deren Eltern aufkommen.
Auch das ist alles andere als familienfreundlich, meine Herren. Wenn ihr schon was macht, dann macht es doch mal bitte richtig und nicht immer nur so halbherzig.
Mein Vorschlag: Jugendliche mit dem Erreichen der Volljährigkeit (18) und die Lehrlinge den Eltern gleichzustellen, sodass auch sie um die Prämienverbilligung ansuchen können. Das würde die Alleinstehenden und Ehepaare mit Kindern merklich entlasten.
Unsere monatliche Krankenkassenprämienbelastung beläuft sich derzeit mit unseren vier Kindern auf 1640 Franken ohne Franchise und Selbstbehalt. An diesem Betrag wird sich auch nach Inkrafttreten des neuen Prämienverbilligungssystems mit den neuen Obergrenzen nichts ändern.
Familienfreundliche Politik sieht für mich anders aus. Die Angeschmierten sind einmal mehr Alleinstehende und Ehepaare mit Kindern.

Helmut Schwendinger, Poliweg 20, Ruggell

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