Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Neue Denke mit alten Füssen treten

Karin Jenny, Untere Rüttigasse 5, Vaduz | 22. November 2019

Es erstaunt immer wieder, wie krampfhaft die letzte Grille aus dem Bau geholt wird, um Argumente scheinbar ab adsurdum führen zu können.
Mamas wünschen sich Buben. Wir erzögen Mädchen und Buben nicht gleichwertig. Ich bin stolz auf meinen Sohn. Die Mütter, die sich Mädchen wünschen. Gibt’s nicht. Die Familien, die sich redlich Mühe geben, beiden Geschlechtern gerecht zu werden. Gibt’s nicht. Soweit die pädagogischen und sozialen Beurteilungen eines Jonaz Benz.
Was aber hat das alles mit der Unterschriftensammlung zu tun. Kann es sein, dass da jemand Jahrhunderte altes Rollendenken zementieren möchte? Die Konsequenzen daraus aber den Müttern anlastet? Es sind die Männer, die sich endlich emanzipieren müssen, um zu verstehen, was da abgeht. Dass Männer wie selbstverständlich die Bühnen besetzen und nicht einmal davon träumen, diese Bühne zur Hälfte den Frauen zu überlassen, ist symptomatisch für das Selbstverständnis vom männlichen Geschlecht. Warum hinterfragt da niemand die Qualifikation. Ein Mann ist ein Mann. Basta.
Geht es um Schuld und Sühne?
Nein – wir haben seit Jahrzehnten in der Politik völlig erstarrte Strukturen, die völlig unflexibel auf eine Gesellschaft reagieren, die nun mal aus Frauen und Männern besteht und uns vor Herausforderungen stellt, die wir nur gemeinsam schaffen. Solange es die Stabsstelle für Gleiche Rechte von Frauen und Männern gab, war man zwar nicht beliebt, aber die Notwendigkeit wurde wenigstens nicht so ad absurdum geführt.
Worum geht es?
Ein einziger Satz soll auf Verfassungsebene zum bereits vorhandenen Satz zur Gleichstellung der Geschlechter aufgenommen werden. Einer, der klarer und handlungsfordernder ist. Mehr nicht. Niemand wird gezwungen, aber peinlich soll es wenigstens werden, wenn man auch das links liegen lässt.
Um eine Quotendiskussion vom Tisch zu bringen, ist die Verfassungsinitiative das geeignete Instrument. Darüber sollte man sich im Klaren sein.

Karin Jenny, Untere Rüttigasse 5, Vaduz

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung