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Leserbrief

Alte Denke mit Füssen treten

Jonaz Benz, Schwarze Strasse 6, Eschen | 21. November 2019

Gleichstellung bedeutet, dass im schlimmsten Fall das Leistungsprinzip dafür geopfert wird, dass jemand aufgrund seines Geschlechtes bevorzugt wird. Die Massnahmen führen zunächst nur zur quantitativen Gleichheit, nicht zur qualitativen Gleichheit. Eine 50:50-Verteilung wird in den seltensten Fällen erreicht. So viel zur Gleichstellung.
Chancengleichheit als Ziel. «Gemäss Verfassungsinitiative soll der Gesetzgeber einen Auftrag zur Verwirklichung der Chancengleichheit und der tatsächlichen Gleichstellung der Geschlechter erhalten.» Mit Fokus auf was? Geltend für wen? Chancengleichheit, nennen wir diese «Töchter» und «Söhne». Besteht eine Chancengleichheit für Töchter, wenn Mütter und Frauen sich wie folgt äussern: «Es wird sicher ein Bub, gell?» oder «Ich bin so stolz auf meinen Sohn». Ist dies Basis einer Chancengleichheit? Gibt es Chancengleichheit, wenn Söhne bevorzugt werden? Kann es eine Chancengleichheit geben, wenn die Denke «lieber einen Sohn als eine Tochter» nach wie vor in unserer Gesellschaft vorherrscht? Wohl kaum. Dieses Grundübel muss an der Wurzel gepackt werden, damit wir überhaupt über Chancengleichheit reden können. Das ein Grund, weshalb ich mir besonders schwer tue mit Menschen, die Chancengleichheit fordern, aber Töchter und Söhne nicht gleichstellen. Chancengleichheit werden wir nur dann wirklich umsetzen können, wenn die alte Denke mit Füssen getreten wird. Alle Menschen sind gleich, oder?

Jonaz Benz, Schwarze Strasse 6, Eschen

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