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Leserbrief

Auch dem Bieber das Hirn hinauspusten

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 21. November 2019

Perfide und einer Demokratie unwürdig gestaltet sich der Krampf um ein neues Spitalgebäude, welches uns jetzt zur «Jasagung» vorliegt. Hinterhältig haben Regierung, Parteien und die Gemeinde Vaduz die Spitalgebäudefrage dermassen fies manipuliert, sodass nun Tausende Menschen im Lande der Meinung sind, dass wenn nicht gebaut wird, wir dann kein Spital mehr hätten. Da wurde suggeriert, dass das alte Spital dem Erdboden gleichgemacht würde, mit dem Ergebnis, dass per Saldo in vielen Köpfen der Wähler das Hirn vollständig hinausgepustet ist und in dem entstandenen Hohlraum aus Angst um die Gesundheitsversorgung eine Zusage zu einem neuen Gebäude beinahe zwingend ist. Zudem wurden manipulativ der Bau, das Spitalwesen, der Standort, die Ärzteschaft zu einem stinkenden Brei verrührt, den übelriechend niemand freiwillig essen, um nicht zu sagen fressen würde, würde er darüber nachdenken, mit welch arglistiger Würze er angerührt wurde. Den Burschen, natürlich allesamt aus dem Gewerbe, wie es scheint, welche die Wirtschaftskammer angestellt hat, das bestehende Spitalgebäude auf Tauglichkeit zu untersuchen, sei geraten, in die Häuser der Menschen zu gehen, um dort salopp zu bestimmen, dass Eigenheime über 30 Jahre alt, allesamt baufällig sind und dem Erdboden gleichgemacht werden müssen. Wahrscheinlich haben diese Herren danach nicht mehr viele Freunde im Lande. Damals, bei der Verfassungsabstimmung, war der Liechtensteiner in höchster Erregung, weil der Fürst uns erpressen würde, wenn wir ihm nicht zustimmen und viele gingen damals mit der Faust im Sack an die Urne. Heute wäre wünschenswert, sie hätten überhaupt noch etwas im Sack und würden wenigstens «tschäggen», was hier abläuft. Und ehe man zum Verschnaufen kommt, ist schon wieder die nächste Katastrophe im Lande. Der kleine zierliche Bieber ist es diesmal, der unser Dasein gefährdet. Der für Fluren und Auen zuständige Amtsleiter hat herausstudiert, dass wenn wegen ein paar Regentropfen die Esche schwer zu schlucken hat, die Eschner Schrebergärten, der Sportpark, ja sogar die gesamte Eschner und Maurer Industrie absaufen könnten, weil das Abflussvermögen der Esche nicht ausreicht. Würden die Bieber verschossen, dann ginge es dann wieder flotter und es wäre wieder Luft im Darm. Tatsächlich waren in den vergangenen fünf Jahren nur einmal drei der nördlichen Schreberparzellen zwei Tage leicht überbewässert, wofür nun der Biber geradezustehen, oder in seinem Fall eben flachzuliegen hat.


Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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