Leserbrief

15 Jahre Verein «Frauen in guter Verfassung»

Vorstand des Vereins Frauen in guter Verfassung | 14. November 2019

Der Verein heisst Frauen in guter Verfassung, weil er zur Zeit der fürstlichen Verfassungsdiskussion gegründet wurde, um in der Verfassungsdiskussion auch Frauen zu Wort kommen zu lassen. Die Verfassungsvorschläge wurden vom Volk deutlich angenommen und deshalb sehen die Frauen des Vereins keine Möglichkeit, an der Verfassung etwas zu ändern, aber sie sind überzeugt, dass sie sich sehr wohl für mehr Demokratie und Gleichstellung einsetzen können.
Und die Frauen blieben am Ball, und das in bester Verfassung! So wurde im März 2004 der Verein Frauen in guter Verfassung gegründet, der die Stärkung der Volksrechte und die Förderung des Demokratieverständnisses bezweckt.
Seither mischt sich der Verein hartnäckig ins politische Geschehen ein, vor allem in Fragen der Chancengleichheit von Frau und Mann. Durch Öffentlichkeitsarbeit, mit Forumsbeiträgen, Veranstaltungen, Aktionen und Projekten macht der Vorstand auf die bestehenden Defizite in der Gleichstellung aufmerksam und leistet so einen Beitrag zu einer lebendigen Demokratie.
Der Verein ist Mitglied des Frauennetzes und arbeitet mit anderen Institutionen wie Infra, Frauenhaus, Hoi Quote, Verein für Menschenrechte und der Sektion Frauen des LANV zusammen. Synergien werden genutzt, Know-how ausgetauscht und gemeinsame Aktivitäten durchgeführt. Es ist motivierend und macht Spass, wenn so viele unterschiedliche und kreative Frauen erfolgreich am gleichen Strick ziehen. Und der Frauenstreiktag hat gezeigt: Es werden immer mehr.
Frauenarchiv: Seit dem Jahr 2018 baut der Verein Frauen in guter Verfassung ein Frauenarchiv auf, damit wichtige Dokumente von Zeitzeuginnen erhalten bleiben und der Einsatz der Frauenbewegung sichtbar wird. Dafür werden Bestände von 1960 bis 2016 von Organisationen, Vereinen und Privatpersonen systematisch gesammelt, von einer Historikerin gesichtet und katalogisiert. Schliesslich wird das Werk dem Landesarchiv zur fachgerechten Aufbewahrung übergeben sowie digitalisiert auf einer Webseite für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Dadurch ist gewährleistet, dass die bisherigen Anstrengungen und der ehrenamtliche Einsatz der liechtensteinischen Frauenbewegung gesichert sind und ein wichtiges Kapitel der Frauengeschichte in Erinnerung bleibt.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass es für Veränderung und Fortschritt Druck und Hartnäckigkeit braucht. Um es mit den Worten von Simone de Beauvoir zu sagen: «Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen. Sie bekommen nichts.»

Vorstand des Vereins
Frauen in guter Verfassung

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