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Leserbrief

Steg und Sücka: So ein Mist!

Klaus Schädler, Hagstrasse 10, Triesenberg | 13. November 2019

Antwort auf die vom Präsidenten der Alpgenossenschaft Triesenberg als «Tatsachen» bezeichneten Punkte:
1. Früher haben die Bauern im Maiensäss Steg die Kühe im Steger-Stall gemolken und dann jenen Mist auf der Allmeina verteilt, den die Tiere über Nacht im Stall hinterliessen. Der Mist stammte also vom Verzehr von Steger Gras und Steger Heu. Das war eine «massvolle Düngung», also eine nachhaltige Bewirtschaftung.
2. Die Kühe wurden noch nicht mit Fremd- und Kraftfutter gefüttert und waren bedeutend gesünder als die heutigen Tiere. Im «Stäger» Mist gab es wohl damals kaum Antibiotika-Rückstände.
3. Dass die heutige Zucht «auf Langlebigkeit und Gesundheit ausgerichtet ist», entspricht nicht der Wahrheit. Der Antibiotika-Einsatz ist heute vor allem auf Überzüchtung und auf damit verbundene Euterentzündungen etc. zurückzuführen. In der Praxis haben Kühe früher im Schnitt 10 bis 12 Kälbchen auf die Welt gebracht. Heute sind es mit den hochgezüchteten Kühen noch halb so viele «Laktationen». Danach haben die meisten Kühe «ausgedient» und landen auf der Schlachtbank.
4. Ein grosser Vierachser-Lastwagen voll mit Mist beladen fuhr am letzten Freitag x-mal über die Alpstras­sen Richtung Valorsch und auf der anderen Talseite Richtung Chrüzliboda. Zeugen berichten mir, dass das schon am Tag davor der Fall war. Aufgrund der jeweils über 20 Tonnen schweren Ladung und der nicht für solche Lasten gebauten Alpstrassen bestand auf diesen Naturtrassen zudem grosse Rutschgefahr.
5. Dass die angeblich lediglich 40 Tonnen Mist auf 12 Hektar verteilt wurden und dass dies knapp ein halbes Kilo Mist pro Quadratmeter ergibt, ist ebenfalls nicht wahr. Es wurde viel mehr Mist von der Rheintalseite ins Saminatal gekarrt und nicht auf den ganzen Alpweiden verteilt, sondern lediglich 20-30 Meter links und rechts der Alpstrassen.
6. Dass das Amt für Umwelt das Ausbringen von rheintalseitig produziertem Mist auf die Alpweiden bewilligt, ist unverständlich – und als Steigerung dazu noch in Quellschutzgebieten! Die Bevölkerung hat Anrecht auf eine Erklärung.
7. Für die «Weidepflege» erhalten die Bauern vom Land «Punkte» und damit je nach Qualität der Weidepflege finanzielle Unterstützung. Gibt es wegen des massiven Verstos­ses diesmal Abzug? Auch zu diesem Punkt erwarte ich vom Amt für Umwelt eine Erklärung.

Klaus Schädler, Hagstrasse 10, Triesenberg

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