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Leserbrief

Familienfeindlich

Helmut Schwendinger,Poliweg 20, Ruggell | 9. November 2019

Ich bin verheiratet und Vater von vier Kindern – alle in Ausbildung. Es ist zwar richtig, dass die meisten Prämien um zwei Prozent gesenkt worden sind, bei uns zwei Erwachsenen und drei Kindern (gesamt 27.40 Franken) – aber unsere Jüngste (15 Jahre) zahlt jetzt 20.20 Franken und im neuen Jahr 84.30 Franken – die Prämie steigt bei ihr um 300 Prozent (angebliche Altersanpassungen). Somit ist auch klar, wer eigentlich die Prämiensenkung von 2 Prozent finanziert. Was bei den einen gesenkt wird, wird bei den anderen wieder geholt – und dies bei der Jugend bzw. deren Eltern (unser Jahresbeitrag für die gesamte Familie beträgt mehr als 1640 Franken – und das nennen unsere Regierung und der Landtag dann familienfreundlich (Danke, Minister Pedrazzini). In vielen Familien müssen beide Elternteile arbeiten gehen, um überhaupt diese Prämien stemmen zu können. Prämienverbilligung ist meist nicht mal möglich, auch wenn nur ein Elternteil arbeiten gehen würde. Eben nochmals Danke Herr Pedrazzini für diese absolute Misere.
Zudem ist es offensichtlich, dass diese angebliche Prämiensenkung gerade zur Abstimmung mit dem neuen Spital kommt – und was wird nicht noch alles versucht, um ein Ja aus der Bevölkerung für einen Spitalneubau zu locken. Geburtenabteilung erst schliessen, um sie dann bei einem Neubau wieder zu eröffnen. Laut Wirtschaftskammer befindet sich unser Spital angeblich in einem desolaten Zustand; ich frage mich: Was wurde mit den ganzen Millionen gemacht, die in den letzten Jahren in das Spital geflossen sind, um es wieder auf Vordermann zu bringen usw., usw., usw.
Solange das Gesundheitswesen nicht besser geregelt ist und mehrheitlich beide Elternteile arbeiten müssen, um sich die Krankenkassenprämien für sich und ihre Kinder leisten zu können, kommt für mich ein Spitalneubau nicht infrage, weil dann die Prämien sicher explodieren werden, auch wenn die Regierung das Gegenteil behauptet. Die haben ja schon viel versprochen und das Gegenteil ist eingetroffen.
Denn vier neue Wände und ein neues Dach ändern an der Problematik im Gesundheitswesen oder bei der Führung und Verwaltung (Ausrichtung) unseres Landesspital nichts.
Auf jeden Fall sollte jedem klar sein, wenn die Rechnung des neuen Landesspitals (Belegzahlen und medizinische Ausrichtung) nicht aufgeht, wer dann die Kosten trägt. Sicherlich nicht Regierung, Landtag, und schon gar nicht Herr Pedrazzini, sondern wir Steuerzahler.

Helmut Schwendinger,
Poliweg 20, Ruggell

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