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Leserbrief

Um-Welt

Dieter Hilti,In der Egerta 37, Schaan | 9. November 2019

Natürliche, lebende wie menschengemachte Systeme und Werte nachhaltig erhalten, ist eine herausfordernde und konsensorientierte, mitunter eine «konsenservative» Aufgabe. Die Natur kennt alle Farben, so auch das Erfordernis gesellschaftlichen Engagements. Die Veränderung unserer Umwelt ist spürbar, sie tut dies schneller als noch vor Jahren prognostiziert. Vom Zustand der Luft mit seinem Sauerstoffanteil hängt das Klima, der Wasserkreislauf, das Wachstum und jedes der Nachhaltigkeitsziele der Weltgemeinschaft ab. Wir stehen bis in die Zellen im Austausch mit ihr. Neben Bäumen, neben jedem Gewächs gibt es keine Löcher im Boden. Die Biomasse speist sich aktiviert durch die Sonne aus der umgebenden Luft und Wasser und speichert unter Freigabe von Sauerstoff Treibhausgase. Lebende Biomasse kommt «first» dem «schwarzen Gold» in der Erde.
Wir monetarisieren fast alles, bei der Luft tun wir dies nur auf der Belastungsseite über Zertifikate, nicht im Jetzt auf der natürlichen Produktionsseite zu Land wie in Meeren. Ein hausgrosser Luftkubus mit zehn Meter Kantenlänge wiegt mehr als eine Tonne. Darin können Sauerstoff produzierende Objekte wie Bäume stehen oder Luftbelastendes. Wäre der pflanzliche Sauerstoffproduktionswert in einem solchen Kubus im kleinen jährlichen Rappenbereich, ergeben sich für die grossen Wald- oder anderen biologisch wirksamen Gebiete enorme Bewusstseinswerte.
Während einer einzigen Mittagszeit strahlt die Sonne so viel Energie auf die Erde, wie wir Menschen in einem Jahr verbrauchen. Der grosse Teil der Gesamtenergie muss zum Erhalt des Gleichgewichts wieder ins Weltall zurück. Unser Tun darf dieses nicht aushebeln. Wenn Energiegewinnung und -verbrauch ein regeneratives Ausgleichskriterium erfüllen, dann lassen sich andere Probleme auch lösen. Die Chancen hierzu sind in zahlreichen Technologien und in energetisch funktionellen Oberflächen gegeben. Nichts produzieren wir mehr als Flächen.
Bringt man Ziele und Umsetzungsvermögen in konsensorientiertem Willen zusammen, dann ist das Potenzial in unserer Region erheblich. Im seit Langem bestehenden Netzwerk der Bodensee-Anrainerländer mit den vielen verbundenen Hochschulen ist Liechtenstein eingebunden. Hier gibt es hervorragende Studien für eine regenerative Region. Es wird vieles getan, sollte es jedoch gelingen, mehr Transparenz für die Verknüpfung von Kapital in nutzbringende, luftschonende und wirtschaftliche energetische Erneuerungsprojekte zu erreichen, dann wäre vieles gewonnen. Es besteht die Chance, dass solche Projekte von modellhaft klein nach gross skalierbar und multiplizierbar sind. Umweltschutz hat wirtschaftliches Potenzial, das es regional und darüber hinaus zu nutzen gilt. Unsere Region ist als Aktionsraum hierfür gut geeignet.

Dieter Hilti,
In der Egerta 37, Schaan

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