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Leserbrief

Ja zum Neubau des Landesspitals

Rainer Ritter,Präsidenten der Wirtschaftskammer Liechtenstein | 8. November 2019

Die Wirtschaftskammer hatte die Möglichkeit, sich bei einem Rundgang über den aktuellen Zustand des über 40 Jahre alten Gebäudes zu informieren. Fachleute waren sich einig, dass das Gebäude am Ende seines Lebenszyklus angelangt ist und ein Neubau wirtschaftlich sinnvoller ist, als Geld in das alte Gebäude zu investieren.
Die Wirtschaftskammer bleibt bei den Fakten, im Gegensatz zu DU, die behaupten, dass das Spital in einem technisch einwandfreien Zustand sei. Mit dieser unwahren Behauptung wird das Volk manipuliert und belogen! DU werfen mir geschäftsschädigende Aussagen vor, weil ich sagte, dass sich das Spital in einem desolaten Zustand befindet. Wenn ich schon zitiert werde, dann bitte richtig. Denn im selben Atemzug habe ich erwähnt: «Der Spitalbetrieb funktioniert trotzdem. Dies dank der Flexibilität der Ärzte und des Pflegepersonals, die täglich zahlreiche Hürden bewältigen. Ich bewundere, was hier geleistet wird. Und dass höchste Sicherheits- und Qualitätsstandards trotz allem eingehalten werden.»
Das Nein-Komitee hat das Angebot einer Spitalführung nicht angenommen. Woher wollen sie also wissen, dass alles in bestem, technischem Zustand ist? DU behaupten ebenfalls, dass das LLS vor fünf Jahren durch Umbau- und Verbesserungsarbeiten auf das Niveau eines Schweizer Regionalspitales gebracht worden sei und sich nun fünf Jahre später in einem desolaten Zustand befinde. Die Wirtschaftskammer stelle nun ihre eigenen Mitglieder, die damals schöne Aufträge erhalten hätten, in der Öffentlichkeit bloss. Auch in dieser Aussage steckt nur die halbe Wahrheit! Dieser Umbau betraf die Notfallstation, die auf einen modernen Stand gebracht wurde. Der ganze An- und Umbau erfolgte in Container-Bauweise und wurde an das bestehende Gebäude angehängt. Am restlichen Gebäude hingegen wurden nur Instandstellungsarbeiten durchgeführt. Ich möchte aber ausdrücklich erwähnen, dass diese Arbeiten vom heimischen Gewerbe in höchster Qualität ausgeführt wurden und in Zukunft auch werden.
Gemäss einem Gutachten zur technischen Renovation des ganzen Spitals wurde ein Kostenrahmen von circa 80 Millionen Franken genannt. Eine Investition in ein Fass ohne Boden! Zudem müssten diese Renovationsarbeiten neben dem täglichen Betriebsablauf durchgeführt werden. Unvorstellbar, was hier den Patienten und dem Personal zugemutet werden müsste.
Die Gegner behaupten auch, dass dem Landesspital die Strategie fehle und nicht klar sei, welche Leistungen im neuen Spital angeboten werden sollen. Ich kann versichern: Wir haben dem LLS viele kritische Fragen gestellt. Fazit: Die Spitalleitung hat sehr wohl eine Strategie und das Leistungsangebot wurde klar kommuniziert. Es geht aber in dieser Abstimmung einzig und allein darum, ob ein neues Spital gebaut werden soll oder weiterhin Geld in das veraltete Gebäude gesteckt wird.
Aufträge für unser Gewerbe generiert auch die Renovation des alten Gebäudes. Es ist aber unsere Pflicht, uns für die liechtensteinische Volkswirtschaft einzusetzen. Da das LLS mit 170 Arbeitsplätzen ein grosses KMU ist und einen wesentlichen Anteil zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt, ist es notwendig, dass den Arbeitnehmern ein modernes und konkurrenzfähiges Gebäude zur Verfügung steht. Zudem kann das LLS so attraktive Ausbildungsplätze im Gesundheitswesen und Pflegebereich wie auch in anderen Lehrberufen anbieten.
Um für die Zukunft gerüstet zu sein, gibt es nur die Variante mit einem Neubau. Darum empfiehlt die Präsidentenkonferenz der Wirtschaftskammer, ein überzeugendes Ja in die Urne zu werfen, und bittet alle Stimmberechtigten, sich an der Wahl zu beteiligen. Nur so können wir die Eigenständigkeit im Gesundheitswesen für die Zukunft gewährleisten und die Wertschöpfung in unserem Land behalten.


Rainer Ritter,
Präsidenten der
Wirtschaftskammer Liechtenstein

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