Leserbrief

Der Frauenratgeber

Karin Jenny,Untere Rüttigass 5, Vaduz | 23. Oktober 2019

Dass eine «Kandidatur mehr bringe als HalbeHalbe», ist in sich schon ein Widerspruch. Ich kann mich nur wundern. Seit Jahren setzen sich diverse Gruppierungen für eine adäquate Vertretung von Frauen in politischen Gremien ein und was passiert? Seit Jahren werden diese Gruppierungen verunglimpft, in eine Ecke gestellt und abgetan. So nun auch bei dem sanftesten aller möglichen Lösungsvorschläge von «HalbeHalbe». Aber Herr Chefredaktor Schädler kennt die Lösung: Sie sollen weibeln für mehr Kandidatinnen, dann werde es schon.
Herr Schädler, meinen Sie das im Ernst? Erst werden diese Gruppierungen diffamiert, Feministinnen als Schimpfwort eingeführt und jetzt erhalten genau die alle von Ihnen den «Auftrag», für Kandidatinnen zu weibeln? Selbst wenn alle Gruppierungen das machen würden, ändert es nichts daran, dass die Grossparteien strukturell das Problem angehen müssen – ja, auch ich gebe gerne Ratschläge. Warum geht bei den Grossparteien immer das Geheule los, sobald es um Frauenpräsenz geht? Sie haben sehr viel mehr Geld und Strukturen, um das zu schaukeln. Von der kleinen Freien Liste hört man das nie und die hatten immer schon «HalbeHalbe» auf der Kandidaten/Kandidatinnen-Liste. Genützt hat es auch nicht so viel. Aber immerhin.


Karin Jenny,
Untere Rüttigass 5, Vaduz

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