Leserbrief

Appell an die Klimasoldaten

Ritter YannickBönerstrasse 21, Mauren | 21. Oktober 2019

In den letzten Tagen und Monaten hat sich die Debatte zum Klima zugespitzt. Es ist seit mehr als einem Jahr Thema Nummer 1 in allen Medien. Damit habe ich kein Problem. Ich bin übrigens auch dafür, dass wir den Klimawandel mit praktikablen Lösungen eindämmen. Was mich aber stört, ist die zunehmende Aggressivität vieler Leute, welche den Klimaschutz voran treiben wollen. Steht jemand kritisch dem Mainstream gegenüber, nämlich, dass der Klimawandel zu einem riesen Anteil doch nicht vom Menschen gemacht wird, wird er diffamiert, lächerlich gemacht, mit ausserordentlicher Aggressivität beleidigt. Dieses dogmatische Abwerten erachte ich als höchst gefährlich, gerade im Hinblick auf die Meinungsfreiheit. Mir scheint es, als ob sich bei der Klimadebatte eine «Fisherman’s Friend»-Moral verbirgt: sind unsere Forderungen zu stark, bist du zu schwach. Hinzu kommt, dass viele – nicht alle, logisch – der protestierenden Jugendlichen und Kindern die Schuld auf die Erwachsenen, die Alten schieben. Diese haben ihren Anteil drin, keine Frage. Doch was nützt es jetzt, wenn wir Jung gegen Alt aufhetzen, die «alte» Generation für all unser Leid verantwortlich machen? Ist es sinnvoll, wenn wir Hass zwischen beiden Generationen schüren, die Gesellschaft in Jung und Alt, Gut und Böse spalten, obwohl wir sie im Kampf gegen den Klimawandel vereint brauchen? Ich warne davor, die Gesellschaft weiterhin zu spalten und abzuwerten. Das endete schon immer in unserer Geschichte in unglaublichem Leid. Unsere Menschheitsfamilie ist schon durch so viele Sachen gespalten worden, (Religionen, Nationalitäten, Geschlecht, Brillenträger –kein Brillenträger (Pol Pot), Arm – Reich, …), wenn wir uns jetzt noch durch Fleischessende und Vegetarier, Fliegende und Zugfahrende, Alt und Jung spalten und abwerten, viel Spass im «friedlich, demokratischen» 21. Jahrhundert. Versuchen Sie gut zuzuhören, denn Sie wissen nie: Vielleicht hat das Gegenüber doch recht. Und hören Sie auf mit einem aggressiven Bekehren, welches sowieso das Gegenteil bewirkt. Gehen Sie mit gutem Beispiel voraus und fliegen zwei Jahre nicht, gehen fortan mit dem Fahrrad in die Schule. Das bringt mehr, wie das Abwerten Andersdenkender.

Ritter Yannick
Bönerstrasse 21, Mauren

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