Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Doppelbezüge von Opioiden meiden

Agnes Dentsch,Poliweg 12, Ruggell | 17. Oktober 2019

Die Regierung hat eine Abänderung der Betäubungsmittelverordnung beschlossen, stand im Artikel im «Volksblatt» vom 16. Oktober 2019.
Die Rede ist von Opioiden. Sie sind natürliche, aus dem Opium gewonnene (halb)synthetisch hergestellte Arzneimittel mit schmerzlindernden, dämpfenden, beruhigenden und psychotropen (auf die Psyche einwirkenden) Eigenschaften.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind: Verstopfung, Übelkeit, Verdauungsprobleme; Müdigkeit und Abhängigkeit (Sucht). Solche Mittel sind zum Beispiel Tramadol, Hydrocodon, Codein, Oxycodon, nur um einige Mittel zu nennen, aber auch Heroin und Methadon gehören zu dieser Gruppe. Eine Überdosis ist lebensgefährlich, befürchtet sind u. a. mögliche Atemlähmungen.
Kontraindikationen, siehe Beipackzettel. Ärzte und Apotheker sollten verpflichtet werden, ihre Patienten diesbezüglich aufzuklären. In der neuen Abänderung der Betäubungsmittelverordnung wird nicht über die Kombination und deren Wechselwirkung mit anderen Medikamenten gesprochen.
Vorwiegend bei älteren Patienten und in den Altersheimen werden viel zu viel Opioide (nebst Antidepressiva & Co.) verabreicht – mit folgender Mitteilung: «Die müssen Sie bis ans Ende Ihres Lebens nehmen». ... und niemand fragt nach dem Warum. Die Funktionen von Nieren, Leber und Verdauungsorganen werden immer mehr eingeschränkt.
Wie ist es, wenn Opioide noch mit anderen Medikamenten kombiniert werden, wie z. B. Schlafmitteln, Antidepressiva, Cholesterinsenkern, Bluthochdruckmitteln, Blutverdünnern usw.? Wissen die Patienten, welchen gesundheitlichen Schäden solche Kombinationen verursachen? Wissen sie, wie lange sie sie nehmen dürfen oder sollten? Wissen sie, dass es zu akuten Notfällen, wie z. B. Nierenversagen, führen kann, die einen sofortigen Spitalaufenthalt erfordern?
Wichtig wäre für die Patienten, dass sie beim Arzt oder in der Apotheke ehrlich sagen würden, welche Medikamente sie sonst nehmen, wo und wie lange bestehen schon die Schmerzen, welche Untersuchungen wurden bereits gemacht und als Patient würde ich nach Alternativen fragen, bevor ich Pillen schlucke ohne Ende.
Und zum Schluss: Eigenverantwortung kann auch per Gesetz nicht «verordnet» werden. Viele verschiedene Pillen machen krank und nicht gesund.

Agnes Dentsch,
Poliweg 12, Ruggell

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung