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Leserbrief

Haben wir dieses Geld wirklich nötig?

Roland Elkuch, Platta, Schellenberg | 9. Oktober 2019

Die Freie Liste stellte einen Antrag zur Erhöhung der Geldspielabgabe der Casinos in Liechtenstein. Die heute gültigen in Liechtenstein beginnen bei 17,5 Prozent und enden bei 40 Prozent. Die Steuersätze für die Geldspielabgabe liegen in Österreich bei pauschal 30 Prozent, in der Schweiz zwischen 40 bis 80 Prozent.
Da der Gewinn auch versteuert werden muss, liegen wir in Liechtenstein mit 12,5 Prozent weit besser als die Nachbarländer. Ergo ist es in Liechtenstein weitaus attraktiver, ein Casino zu betreiben als in den umliegenden Ländern. Sollte die vorgeschlagene Änderung der Geldspielabgabe nicht erfolgreich sein, wird die Anzahl der Casinos weiter ansteigen.
Unser Land wird dieses Jahr laut mutmasslicher Rechnung 28 Millionen Franken einnehmen, 2018 waren es 19,3 Millionen Franken. Der Kuchen wächst also immer weiter, es dauert nicht mehr lange, und die Casinos werden die Hälfte der staatlichen Einnahmen der Landesbank ausmachen!
Die Regierung und ein Teil des Landtages monierten, dass eine Erhöhung der Steuern ein schlechtes Zeichen für die Wirtschaft wären. Werden da nicht Äpfel mit Birnen verwechselt, die Erhöhung betrifft einzig und alleine die Geldspielabgabe und nicht die allgemeine Wirtschaft, die sicher nicht im gleichen Atemzug wie die Casinos genannt werden möchte.
Eine andere Sorge bereitet mir das Verhältnis zur Schweiz. Wie lange wird die Schweiz unserem Treiben noch zusehen, was werden die Sozialämter dazu sagen, wenn immer mehr Spielsüchtige an ihrer Türe anklopfen werden? Sie werden herausfinden, wo die Schulden entstanden sind und das wird weitere Probleme geben. Genau jetzt, wo der Ruf Liechtensteins nach der Schwarzgeld-Problematik einigermassen wiederhergestellt ist.
Wenn man nachlesen kann, dass bereits 52 Millionen Franken in den Casinos verspielt wurden, schäme ich mich für unser Land, das es dieses Geld nötig hat.

Roland Elkuch, Platta, Schellenberg

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