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Leserbrief

Dorfzentrumser- weiterung, Teil zwei

Klaus Schädler, Hagstrasse 12, Triesenberg | 9. Oktober 2019

Am 27. Februar 2019 kehrte ich von der Informationsveranstaltung betreffend die «Dorfzentrumserweiterung» mit einem guten Gefühl nach Hause zurück, denn es wurde gesagt, dass sechs Architekturbüros damit beauftragt würden, ihre Ideen einzureichen. Diese Ideen würden dann zusammen mit der Bevölkerung diskutiert. Die als «gute Ideen» beurteilten Vorschläge würden dann in ein «Folgeprojekt» fliessen, aus welchem dann ein Gesamtprojekt gemacht werde.
Nun kommt es aber ganz anders. Das zeigte sich bei der Präsentation des «Ideen-Wettbewerbes» am vergangenen Freitagabend. Ein «Beurteilungsgremium» hat am 11. September 2019 aus den sechs eingereichten «Projekt-Ideen» ein «Siegerprojekt» erkoren. Der Gemeinderat hat dieses «Siegerprojekt» in der Sitzung vom 1. Oktober 2019 genehmigt und gemäss Gemeinderatsprotokoll «(...) die Verfasser des «Siegerprojekts» mit der Weiterbearbeitung der Studie beauftragt».
Drei Zitate von Vorsteher Christoph Beck im «Dorfspiegel» Nr. 151:
1. «Ganz wichtig ist, dass die Bevölkerung sagt, wie ihr Dorfzentrum aussehen soll.»
2. «Nicht das Plattmachen von Bestehendem, sondern eine kluge Weiterentwicklung ist gefragt.»
3. «Utopische Ideen und Entwicklungen wird es auf jeden Fall nicht geben.»
Wer nun das Vorgehen miterlebt hat und das Siegerprojekt anschaut, kann vor soviel Ungereimtem nur ungläubig den Kopf schütteln.
1. Es handelt sich beim damals angesagten «Ideen-Wettbewerb» nicht um die Suche nach den besten Ideen von sechs Architekturbüros und den Einbezug der Bevölkerung, sondern um einen «Studienauftrag mit Folgeauftrag» (SIA 142/143), bei dem die Bevölkerung ausgeschlossen und schliesslich am letzten Freitag vor vollendete Tatsachen gestellt wurde.
2. Das «Siegerprojekt» sieht vor, das 1980 eröffnete Postgebäude (heute Denner-Ladenlokal und zwei Arztpraxen etc.) sowie das Walser-Heimatmuseum abzubrechen, also ein «Plattnachen von Bestehendem».
3. Für Vorsteher und Gemeinderat ist offensichtlich der Abbruch des 1980 eröffneten Walser-Heimatmuseums und des ehemaligen Postgebäudes zugunsten eines Parkplatzes keine «utopische Idee».

Zitat des Gemeindevorstehers im «Dorfspiegel» (Nr. 151, Seite 9): «Ganz wichtig ist auch bei diesem Projekt, dass die Bevölkerung sagt, wie ihr Dorfzentrum aussehen soll.» Das Mitdenken der Bevölkerung und die Ideen der weiteren fünf am Ideen-Wettbewerb beteiligten Architekturbüros ist offenbar nicht gefragt.

Klaus Schädler, Hagstrasse 12, Triesenberg

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