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Leserbrief

Witz komm heraus, du bist umzingelt

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 5. Oktober 2019

Die Spitäler in Chur, das Spital Grabs, die Valduna, das Landeskrankenhaus Feldkirch, die Klinik Valens, die Krankenhäuser Dornbirn und Bregenz, das Spital Walenstadt, die Klinik Gut in Fläsch, das Spital Schiers und so weiter – sie alle haben eines gemeinsam: Keines dieser Spitäler hat einen Autobahnanschluss und trotzdem machen alle ihre Arbeit ganz prächtig. Von der absurden Idee, das Wille-Areal zum Königsplatz für ein Spital zu wählen, weil hinter der Staubrücke eine lärmige Autobahn vorbeiführt, hat auch nur ein Sechstel Liechtensteins, oder noch viel weniger, etwas davon. Man stelle sich nur einmal vor, im Villenviertel oben ist einem der Blinddarm explodiert und das Krankenauto nimmt die Autobahn. Oder in Malbun oben hat einer im Winter das Bein gebrochen, in Schaanwald einer den Zinken verbogen, in Nendeln einer Schaukelhämorrhoiden, in Planken eine Fallgeburt, in Mauren Verbrennung dritten Grades, auf Gaflei oben hat es einer übertrieben mit dem Gesunden, oder der Triesner, der, bevor man seine Leber wegen seiner Mostvergiftung ausbaut, unbedingt ein MRI will. Magnetic resonance imaging, wie der Tresner sagt. Sie alle haben auch eines gemeinsam: Nämlich sie werden sagen, der Autobahnanschluss für das Spital war für die Katz und alle Füxe grad auch noch. Ein alter Triesenberger sagte einst: Fehler sind dazu da, damit man sie macht, weil sonst bräuchte man sie ja gar nicht. So wird es dann auch mit dem Autobahnanschluss sein. Dieser ist dann da, damit man ihn benutzt, weil sonst bräuchte man ihn ja gar nicht. Nur, der Mann aus der Lavadina oben mit Beckenbruch und acht gequetschten Rippen wird es nicht lustig finden, dass man ihn erst nach Balzers und dann über die Autobahn nach Vaduz schaukelt. Und die Postautobenützer werden es auch nicht lustig finden, dass sie dann bist dort hinaus zu Fuss latschen müssen.
Der allergrösste Witz, sprich die flächendeckende Volksverdummung ist aber die, dass jüngst in den Zeitungen stand, eine Renovation des alten Spitales würde 82 Millionen kosten, der Neubau hingegen «nur» 65. Die Macher dieser Parole haben offenbar erkannt, dass der Zeitpunkt sehr günstig ist, die Menschen tumb, besessen und hysterisch zu machen und auch dauerhaft zu halten. Greta macht es wunderbar vor mit ihrem Kohlenstoffdioxid-Schulschwänzertrick. Und bei uns fehlt nur noch, dass sich einer erinnert, dass man einst behauptete, «ohne Fürst sind wir nichts» und er jetzt behauptet, «ohne neues Spital sind wir schon wieder nichts».

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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