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Leserbrief

Zu viel spricht dagegen = Darum Nein

Du – Die Unabhängigen | 5. Oktober 2019

Wie gross der Markt in der medizinischen Grundversorgung ist, ist relativ rasch erklärt: die Anzahl Menschen, die in der Region leben.
Wenn man nicht auf «Teufel komm raus» die Kosten im Gesundheitswesen aufblähen will – was vermutlich niemand will, da dann automatisch die Krankenkassenprämien steigen –kann man die möglichen Patienten (oder auch Fallzahlen) für Ärzte und Spitäler relativ gut einschätzen.
Dieser fixe Kuchen wird auf die Spitäler aufgeteilt, die den Patienten zur Verfügung stehen, der Kuchen wird durch «Wettbewerb» unter medizinischen Dienstleistern nicht grösser. Der Gesundheitsmarkt funktioniert nicht wie ein freier Markt, wo durch Konkurrenz Preise sinken. Die Preise sind staatlich geregelt. Somit bedeuten mehr Patienten automatisch höhere Kosten für Steuer- und Prämienzahler.

Nur durch gegenseitiges Abwerben von Patienten kann die eigene Bilanz aufgehübscht werden. Dies geschieht am einfachsten über die Belegsärzte, die ihre Patienten mitnehmen. So war das beim Neubau der Medicnova, der das Landesspital in eine fundamentale Krise stürzte. Wenn Vaduz Ärzte und Personal aus anderen Spitälern abwirbt, kann man sich fragen, was die Motivation dahinter ist. Wenn mit höheren Abgeltungen gelockt wird, so werden die Kosten im Gesundheitswesen auch grösser. Zudem ist dies eine kurzfristige Strategie, da sie ein «Wie-du-mir-so-ich-dir» unter konkurrierenden Spitälern auslösen könnte. Verlierer wären wiederum der Steuer- und Prämienzahler.
Nebst den ökonomischen Kriterien, die jedes Spital einhalten muss, definiert die Anzahl der Patienten die Qualität: Im sogenannten Zürcher Modell wird festgehalten, etwa wie viele Eingriffe gemacht werden müssen, um einen Mindeststandard an Qualität zu erreichen. Das führte dazu, dass man die Geburtenstation in Vaduz schliessen musste: Nicht nur aus finanziellen Überlegungen, sondern aus Mangel an Gebärenden.
Mit einer Konkurrenzstrategie verschärfen wir den Kampf um Patienten, was nicht erwünscht ist. Im optimalen Fall sollte abgesprochen werden, wie man eine gute Grundversorgung regional einbettet, ohne die Kosten für alle zu steigern. Erstaunlich ist, dass uns im Landtag das Konzept der internationalen Einbettung und Kooperation in jeder Landtagssitzung von der Regierung schmackhaft gemacht wird, die Zusammenarbeit mit den internationalen Organisationen wie EU und UNO wird gepriesen. Eine Kooperation mit dem nächsten Partner wird dagegen vernachlässigt. Es wird so getan, als spiele eine Zusammenarbeit mit Grabs keine Rolle. Man kooperiere ja mit dem Kantonsspital Graubünden und mit Feldkirch. Und warum nicht auch mit dem nächsten Nachbarn, dem Spital Grabs? Mit einem Neubau des Landesspitals lösen wir kein Problem in unserem Gesundheitswesen. Im Gegenteil, wir würden ein neues Problem kreieren. Deshalb ein Nein zu einem Spitalneubau.

Du – Die Unabhängigen

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