Leserbrief

Gedanken zu Pia Fricks Leserbrief

Kurt H. Elsensohn, Haldenstrase 19d, Triesen | 28. September 2019

Selbstverständlich sind Kinder von Liechtensteinerinnen, die im Ausland geboren sind, keine schlechteren oder besseren Liechtensteiner. Für mich ist aber klar, dass die Familien die Wahl haben sollten, wo der Nachwuchs auf die Welt kommen soll.
Ob das Führen einer Geburtenstation, auch wenn sie defizitär sein sollte, Nostalgie ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich weiss nur, dass im Jahre 1918 durch den Wunsch und mit finanzieller Hilfe des Fürsten Johannes II der Bau eines Krankenhauses mit Geburtenabteilung angestossen wurde. Sein Wunsch war auch, dass die Bewohner Liechtensteins die Möglichkeit hatten, im eigenen Land Heilung zu suchen. Nach meiner Ansicht hat die Bevölkerung auch heute noch grösstenteils diesen Wunsch.
Davon abgesehen gehört zu einem souveränen Staat wie Liechtenstein, der finanziell keine Sorgen hat, eine eigene medizinischen Versorgung im Krankenhaus, die unabhängig von anderen Staaten ist. Das ist um so wichtiger, da wir nie sicher sein werden, ob der oder die ausländischen Staaten, bei denen wir die Dienstleistungen einkaufen, eines Tages aus welchen Gründen auch immer, die Verträge aufkündigen und wir ohne oder mit schlechter medizinischer Versorgung dastehen. Diese Staaten hätten aber auch die Möglichkeit, die Behandlungskosten für Ausländer, ja wir sind halt in der Schweiz und in Österreich auch Ausländer, massiv anzuheben oder bei anderen Verhandlungen als Druckmittel einzusetzen.
Das kann durch den Bau eines modernen, dem neusten Standard entsprechenden Krankenhauses mit Geburtenstation verhindert werden. Gleichzeitig würde dies dem Land Liechtenstein auch die Möglichkeiten bieten, im Gesundheitsbereich neue und innovative Wege zu beschreiten.
Die negativen Argumente für den Standort haben mich nicht überzeugt. Durch die Nähe der Autobahn sind die Krankenwagen relative schnell im Unter- beziehungsweise Oberland. Die Lärmbelästigung, die auch am alten Standort vorhanden ist, kann man durch bauliche Massnahmen in den Griff bekommen. Die Überflutungsgefahr bei einem Jahrhundertwetter, die immer wieder erwähnt wird, ist natürlich möglich. Die Verstärkung der Dämme am Rhein muss sowieso in naher Zukunft im ganzen Lande angegangen werden. Also was spricht dann eigentlich noch gegen diesen Standort?
Ich hoffe, dass das Volk dem Bau des Krankenhauses zustimmt und somit alle Patienten die Wahl zwischen einer Behandlung im eigenen Land oder im Ausland haben.

Kurt H. Elsensohn, Haldenstrase 19d, Triesen

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