Leserbrief

Hochwassergefahr am Rheindamm

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 18. September 2019

Titel eines Zeitungsbeitrags im «St. Galler Tagblatt»: «Simpler Regen wird zur Naturgefahr: Akutspitäler in der Ostschweiz sind von Oberflächenabfluss bedroht.» Eine Standortauswertung für die Ostschweizer Akutspitäler zeigt: Gemäss der neuen Bafu-Karte sind alle von Oberflächenabfluss betroffen, bei den meisten kann das Wasser eine Fliesstiefe über 25 Zentimetern erreichen. Bereits Schutzmassnahmen getroffen hat das Kantonsspital St. Gallen. Weiters wird bemerkt, dass beim Neu- und Umbau des Uznacher Spitals eine Objektschutzwand und ein Retentionsbecken unterhalb der Tiefgarage erstellt wurde. Mehrere Millionen Franken wurden investiert. Im «Tages-Anzeiger» war zudem jüngst ein Artikel mit der Überschrift: «70 Prozent der Schweizer Spitäler sind gefährdet.»
Oberflächenwasser bildet sich in flachen Zonen bei Starkregen. Praktisch alle Kantone haben Wegleitungen für Gefahrenabklärungen bezüglich Hochwasser aufgelegt. Wenn ein neues Gebäude in Nähe von Fliessgewässern zu stehen kommt, wird ein Gutachten von einem Ingenieurbüro verlangt. Das Spitalprojekt, das dem Stimmbürger vorgelegt wurde, liegt direkt am Rhein und in der Nähe vom Binnenkanal. Zudem im Abflussgebiet von Oberflächenwasser einer äusserst gros­sen Flachlandschaft. Die alte Holzbrücke über den Rhein steht auf sechs Pfeilern. Es ist eine der niedrigsten Brücken entlang unserer Landesgrenze. Die Gefahr besteht, dass sich an den Pfeilern Schwemmholz verklausiert mit der Folge, dass sich der Rhein in die Schweiz oder zu uns über den Binnendamm in die Talebenen entleeren könnte. Das direkt in der Nähe vom Spitalneubauprojekt! Die Zollstrasse mit den vielen Neubauten wirkt wie eine «Staumauer» und behindert ein Abflies­sen von Oberflächenwasser.
Beim Rhein muss mit dem 300-, 500- und 1000-jährigen Hochwasser gerechnet werden. Die Stauseen im Calfeisertal, besonders der Stausee bei St. Martin könnte durch massive Felsstürze bedroht sein. Die Auswirkungen könnten katastrophal werden. Die Wasseralarmsirenen im Rheintal würden dann unaufhörlich schrillen. Man sollte dann die Talebene unverzüglich verlassen. Und genau in eine solch stark bedrohte Zone möchte unsere Politik ein neues Spital hinsetzen.
Gemäss für Allgemeinbürger zugänglichen Informationen wurden bis heute keine solche Gutachten, weder auf Amtstellenebenen noch durch ein spezialisiertes Ingenieursbüro erstellt. Wenn es nicht so ist, so soll die Politik diese bitte allen Stimmbürgerinnen und Stimm­bürgern inklusive Stellungnahmen zugänglich machen.

Hans Frommelt, Gapont, Triesen

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