Leserbrief

Grenzwertschwindel

Urs Elkuch, Widum 10, Schellenberg | 12. September 2019

Mobilfunkbefürworter, Vertreter der Mobilfunkanbieter und gewisse Politiker werden nicht müde zu erklären, dass die bei uns geltenden Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung zehn Mal niedriger sind als im EU-Ausland. Damit wird versucht zu vermitteln, dass die von Mobilfunkantennen ausgehende Strahlung bei uns zehn Mal geringer ist als im Ausland.
Die Sache hat nur einen Haken: Die Grenzwerte in der Schweiz und in Liechtenstein beruhen auf einer komplett anderen Messmethode wie im Ausland. Dort spricht man von einem Immissionsgrenzwert, der unmittelbar vor dem Antennenkörper gemessen wird. Der bei uns zum Vergleich herangezogene Grenzwert ist der sogenannte Anlagengrenzwert. Dieser gilt für Orte, wo sich Menschen über längere Zeit aufhalten, wie zum Beispiel Wohnungen, Schulen oder Arbeitsplätze.
Es ist in der Physik begründet, dass die Strahlungsintensität abnimmt, je weiter weg sich die Strahlungsquelle vom Messpunkt befindet. Zudem reduziert auch eine Gebäudehülle die Strahlung. Unsere Grenzwerte sind nicht zehn Mal geringer, weil unsere Antennen weniger stark strahlen, sondern weil in der Praxis die Orte, an denen gemessen wird, weiter weg von den Antennen liegen.
Mit dieser Grenzwertaussage sollen besorgte Bürgerinnen und Bürger beruhigt werden, die berechtigterweise Bedenken gegen die negativen Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung haben. Ein Vergleich der beiden Grenzwerte ist unzulässig.

Urs Elkuch, Widum 10, Schellenberg

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