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Leserbrief

Erfreuliches und Erstaunliches

William Gerner, Quellenstrasse 8, Eschen | 11. September 2019

Nachdem ich mich schon vor acht Jahren für ein neues Spital eingesetzt habe, verfolgte ich mit grossem Interesse die neue Debatte im Landtag.
In einer Sachfrage kann man natürlich immer geteilter Meinung sein und über die Kosten kann man immer diskutieren. Das anspruchsvolle Bauen ist aber eine typisch liechtensteinische Art. Jedes Einfamilienhaus ist in Liechtenstein teurer als über dem Rhein oder in Vorarlberg.
Die teuerste Variante im Gesundheitswesen ist aber, wenn wir eines Tages ein Spital haben, das qualitativ nicht mehr mithalten kann oder wenn wir gar kein Spital mehr haben. Dann sind wir finanziell dem Ausland ausgeliefert oder sogar erpressbar. Übrigens zahlen wir heute schon für jeden Fall, der im Ausland behandelt wird, Investitionskosten mit.
Jeder weiss selber, dass die Reparaturen, die Sanierungen und der Unterhalt mit jedem Jahr teurer werden, wenn das Gebäude einmal in die Jahre gekommen ist, ohne dass dabei die Bedingungen für die Angestellten, die Patienten und die Besucher besser werden.
In der Debatte hat man von allen Seiten mehrmals gehört, dass in Vaduz heute die Qualität sehr gut sei und dass man dort gute Ärzte und gutes Personal habe. Genau das sollten wir erhalten können und darum sollten wir diesen Personen eine Zukunftsperspektive geben.
Dass wir seit Jahren Abgeordnete haben, die beinahe zu allem Nein sagen, hat man längst zur Kenntnis genommen. Erstaunt hat mich aber vor allem die geschlossene negative Haltung der FL-Fraktion. Die Freie Liste behauptet immer, dass in ihrer Politik der Mensch im Mittelpunkt stehe. Genau darum verstehe ich ihre Haltung nicht. Die Gesundheit generell und die Wiedergesundmachung ist für uns alle das Allerwichtigste, noch vor Bildung und anderen Bereichen. Natürlich soll ein Spital nach Möglichkeit wirtschaftlich erfolgreich geführt werden, aber es darf den Staat jährlich etwas kosten.
Wenn angeblich sogar Ärzte gegen ein neues Landesspital sind, habe ich dafür gar kein Verständnis. Über die Fallzahlen wurde auch ausgiebig diskutiert. Diese sind leicht zu erhöhen, wenn die heutige Qualität des Spitals erhalten bleibt und wenn die hiesigen Ärzte ihre Patienten in den gegebenen Disziplinen nach Vaduz schicken. Jeder Arzt, der einen Patienten ins Ausland schickt, verlagert auch Krankenkassengeld ins Ausland. Das ist also auch volkswirtschaftlich fragwürdig.
Die Standortwahl Wille Areal hat mich überzeugt. Ein Schandfleck bei der Einfahrt in unser Land wird beseitigt. Ein Gartenarchitekt kann dort sicher eine tolle Umgebung planen, von der Patienten und Besucher profitieren werden, denn es ist genügend Raum vorhanden.
In jeder Hinsicht eine grosse Bedeutung hat ein eigenes neues Spital für uns ältere Menschen. Darum kämpfe ich dafür und hoffe, dass die jüngere Generation sich solidarisch zeigt. Ich hoffe, dass sich wiederum alle, die bei der letzten Abstimmung gemeinsam für ein neues Spital gekämpft haben, für ein neues Spital einsetzen. Rachegelüste, Retourkutschen und Parteipolitik sind hier völlig fehl am Platz.

William Gerner, Quellenstrasse 8, Eschen

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