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Leserbrief

Prämien- verbilligungen und Kostensteigerungen

Ulrich Hoch,Grüschaweg 11, Triesenberg | 4. September 2019

Die Herausforderungen in der Gesundheitspolitik haben sich in den letzten Jahren nicht nachweislich verändert. Die Gründe sind vielschichtig. Zur Diskussion stehen derzeit zwei Initiativen zur Ausweitung der Prämienverbilligung. Das aktuelle Prämienverbilligungssystem wird lediglich von 38 Prozent der Berechtigten genutzt. Das heisst, gut 60 Prozent nutzen das Angebot einer staatlichen Prämienverbilligung nicht. Die Fragen, aus welchen Gründen, stehen im Raum. Mit dem Ansatz, den Endkunden etwas stärker in die Verantwortung zu nehmen, haben sich zumindest die Krankenkassenprämien die letzten 2 Jahre stabilisiert. Es darf aber davon ausgegangen werden, dass dieser Effekt schon bald wieder verpuffen wird. Dass die Tendenz einer Kosten- und Prämienexplosion nicht ewig weitergehen kann, ist sicherlich unumstitten. Die Politik, so erweckt es zumindest den Eindruck, versucht derzeit, die negativen Folgen der Kostensteigerungen mittels einer geplanten Ausweitung von Prämienverbilligungen und dem damit verbundenen Abwälzen der Kosten auf die Allgemeinheit zu verschleiern. Wir werden nicht darum herumkommen, nicht nur Symptome zu bekämpfen, sondern auch Ursachenforschung zu betreiben. Wenn weitere Kreise von einer systematischen Umverteilung profitieren, fallen Mechanismen weg, die Kosten hemmen. Wird etwas billiger oder kostet nichts, dann steigt die Nachfrage. Das heisst im Umkehrschluss, anstatt vielleicht eine Erkältung selber auszukurieren, wird dann der Arztbesuch vermehrt wieder ein Thema. Es ist schon jetzt eine Tatsache, dass viele Leute, die über eine Prämienverbilligung verfügen, es sich auch leisten, Zusatzversicherungen in Anspruch zu nehmen. Eine Spirale aus Überkonsum und Beeinträchtigung eines freien Marktes wird die Politik aber immer mehr zu inkonsequenten Handlungen veranlassen. Sicher keine guten Prognosen für ein wünschenswertes, bezahlbares, quantitativ gut ausgebautes Gesundheitssystem. Das Beispiel aus anderen Ländern sollte uns eine Warnung sein. Beschränkungen von Gesundheitsdienstleistungen und der damit verbundenen Bürokratisierung sind abschreckende Szenarien. «Es gibt aber Beispiele wie Singapur: Die Lebenserwartung ist praktisch gleich wie bei uns. Das Land gibt gemessen an seinem Bruttoinlandsprodukt mit 4,3 Prozent aber rund dreimal weniger für sein Gesundheitssystem aus als die Schweiz mit 12,2 Prozent, weil es mehr auf Eigenverantwortung und private Vorsorge setzt.» (26. Juni 2019, «Finanz und Wirtschaft»).
Die Initiativen für eine Ausweitung der Prämienverbilligung sind kein Mittel, um die Entwicklung der Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen, sondern eine reine Symptombekämpfung.

Ulrich Hoch,
Grüschaweg 11, Triesenberg

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