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Leserbrief

Replik: Moritz begreift es nicht

Jo Schädler Eschnerstrasse 64, Bendern | 2. September 2019

Das Geld fliesst immer von Arm zu Reich. Niemals umgekehrt. Das mussten auch die Bewohner der ehemaligen DDR schmerzlich erfahren. Währendem sich die Herren Honecker, Mielke, Kessler, Wolf, Streletz, Krenz, Hager, Mittag, Schabowski, Grossmann, die Bäuche bis zum Zerplatzen vollschlugen und sich alles gönnten, was man sich nur denken kann, hatte der DDR-Normalbürger schlicht und einfach nichts. Nicht nur, dass er keine Bananen hatte, das wäre noch zu ertragen gewesen; nein, er hatte vor allem nichts zu sagen, denn im Sozialismus regieren nur zwei Dinge, nämlich die staatlich verordnete soziale Gerechtigkeit, der man sich nur schwer widersetzen, gar entziehen kann; vor und über allem aber eines, nämlich das Geld. An seinem Ende angelangt, war der sozialistische Arbeiter und Bauernstaat trotz seiner sagenhaften sozialen Leistungen vollständig bankrott, verlottert, marode und sein kapitalistischer Nachbar musste ihn gar vor dem Verhungern retten. Herr Moritz Rheinberger war wahrscheinlich; im Gegensatz zu mir, nicht sehr oft und auch nicht sehr tief in der damaligen DDR, weil sonst könnte er gar nicht schreiben, was er geschrieben hat und so salopp die Geschichte misshandeln. Noch so vor etwa 50 Jahren hatte Liechtenstein, wie so manch anderer Staat eine Staatsquote von lediglich vielleicht fünf bis sechs Prozent. Inzwischen hat sie sich vervielfacht und hat die sichere Tendenz, noch viel höher zu steigen. Und das obwohl das Land nicht grösser geworden ist, wir kein Militär haben, das Strassennetz immer noch so ist wie vor diesen 50 Jahren usw. Und diese hohe Staatsquote ist den ganzen lieben langen Tag damit beschäftigt, den armen, nicht den reichen Bürger bis auf seine Unterhosen auszuräubern. 75.– Rappen auf jeden Liter Benzin, neuer Pass für 150 Franken, Erbschaftssteuer, Schenkungssteuer, Lohnsteuer, Erwerbssteuer, Steuer auf Salz, Ticketsteuer, Unternehmenssteuer, Gewinnsteuer, Mehrwertsteuer, Alkohol und Tabaksteuer, Hundesteuer, Motorfahrzeugsteuer, Wertschriftensteuer Mineralölsteuer, schon bald C02-Steuer und last but not least, endlich die Steuersteuer. Diesen endlosen Geldumverteilungsmechanismus zu stemmen, braucht der Staat immer mehr und immer teurerteurere Vasallen, die ihm dabei helfen, den einen das Geld aus der Tasche zu stehlen und den anderen hineinzustopfen. Gnädig gibt er dann und wann noch etwas an die AHV ab und lässt sich dafür aber als Wohltäter, gar als einer der für sein Volk sorgt, in den Himmel hinaufloben.

Jo Schädler
Eschnerstrasse 64, Bendern

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