Leserbrief

Gerechtigkeit

Moritz Rheinberger,Fürst-Franz-Josefstrasse 102, Vaduz | 31. August 2019

Die AHV ist ein sozialistisches Zwangsumverteilungsmonster. Unbescholtene Gutverdiener müssen viel mehr einbezahlen, als sie jemals herausbekommen werden. Und das Geld sacken dann diese miesen Sozialschmarotzer ein. Also all jene Menschen, die aus völlig unerklärlichen Gründen einem Niedriglohnjob nachgehen und viel weniger einbezahlen, als sie herausbekommen. Unser Gerechtigkeitstriumvirat hat vollkommen recht. Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit liegt vor, wenn Menschen, die so wenig verdienen, dass sie gar keine Möglichkeit haben, eine ausreichende private Altersvorsorge aufzubauen, durch Zwangsumverteilung finanziell begünstigt werden.
Wie kann dieser Sozialromantik nur Einhalt geboten werden? Die Antwort liefert uns, Gott sei Dank, ein Papst. Eigenverantwortung und echte, also freiwillige Solidarität sind des Rätsels Lösung. Wie ausgezeichnet dies nun wiederum funktioniert, können wir in den USA bestaunen, ganz im Gegensatz zur damaligen DDR. Wir erinnern uns doch noch an die schrecklichen Bilder aus der sozialistischen DDR? Obdachlose ohne Zähne in Zeltlagern soweit das Auge reicht, unter schlimmsten hygienischen Bedingungen und mangelnder medizinischer Versorgung eingepfercht. Halt, mein Fehler, da liegt eine Verwechslung vor. Das war ja in den USA nach der Finanzkrise 2008. DDR, das waren die ohne Bananen.
Und nein, ich bin kein Fan der DDR. Aber vielleicht könnten die Herren ihre ideologischen Scheuklappen für einmal beiseite legen und in der Wirklichkeit vorbeischauen. Dann würden auch sie feststellen, dass sowohl Sozialismus als auch Kapitalismus in ihren extremen Ausprägungen keine funktionierenden Lösungen zu bieten haben. Die Idee, Gerechtigkeit fast ausschliesslich auf Aristoteles Nikomachische Ethik zu reduzieren und das als einzige Wahrheit verkaufen zu wollen, kann nur von pfiffigen Hirntoten kommen.


Moritz Rheinberger,
Fürst-Franz-Josefstrasse 102, Vaduz

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