Leserbrief

Zynischer Unsinn?

Hans Mechnig, Tröxlegass 46, Schaan | 29. August 2019

«Wer den einen schadet, um sich gegen andere freigebig zu erweisen, macht sich desselben Unrechts schuldig, wie wenn er fremdes Eigentum für sich verwendet. Es gibt indessen viele, besonders auf Ansehen und Reichtum erpichte Menschen, die den einen wegnehmen, was sie anderen geben, und sie versprechen sich davon, den Anschein der Freigebigkeit gegenüber ihren Freunden, wenn sie sich auf jede Art und Weise bereichern. Doch das ist davon so weit entfernt, dass nichts in schärferem Gegensatz zu pflichtgemässem Handeln stehen kann. Man sollte es deshalb nicht als Freigebigkeit betrachten, wenn Lucius Sulla und Gaius Caesar den rechtmässigen Besitzern das Geld wegnehmen, um es anderen zu geben. Denn es ist nichts freigebig, was nicht zugleich gerecht ist.» (Marcus Tullius Cicero)
«Die Verfechter des Sozialstaats sind die wahren Träger der Kälte. Denn die Verfechter des Sozialstaates müssen davon ausgehen, dass nicht genug Solidarität in der Gesellschaft vorhanden ist, um ein effektives und ausreichendes System freiwilliger Hilfe zu gewährleisten. Statt auf freiwillige Hilfe setzen sie auf erzwungene Leistungen. Es ist dieser Zwang, in dem sich Kälte ausdrückt. Die Kälte derjenigen, die Mitmenschen gegen ihren Willen zur Hilfe zwingen. Die Verfechter des Sozialstaats geben ja immer freigiebig das Geld anderer Leute aus und nennen das Solidarität. Es ist die Solidarität von Räubern.» (Stefan Blankertz)
«Eine Regierung, die Peter ausraubt, um Paul zu bezahlen, kann sich Pauls Unterstützung immer sicher sein.»
(George Bernhard Shaw)
«Nichts ist in der Regel unsozialer als der sogenannte Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung absinken lässt.»
(Ludwig Erhard)
«Der fundamentale Trugschluss im Wohlfahrtsstaat, welcher in die Finanzkrise als auch zum Verlust der Freiheit führt, liegt im Versuch, Gutes auf Kosten anderer zu tun.»
(Milton Friedmann)
«Zur moralischen Schönheit der Handlung ist die Freiheit des Willens die erste Bedingung, und diese Freiheit ist dahin, sobald man moralische Tugend durch gesetzliche Strafe erzwingen will.»
(Friedrich Schiller)
Nein, Herr Haldner, was Herr Hoch in seinem Leserbrief geschrieben hat, ist kein «zynischer Unsinn», wie Sie es ihm vorwerfen. Offensichtlich haben sich auch schon andere Menschen vor ihm Gedanken über das Thema gemacht und sind zu ähnlichen und gleichen, wohlbegründeten Schlüssen gekommen wie er, wie Sie vorstehenden Zitaten entnehmen können. Sie machen es sich zu einfach.


Hans Mechnig, Tröxlegass 46, Schaan

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