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Leserbrief

Wie entsteht in Schaanwald ein attraktives Zentrum?

Andrea Matt, Gemeinderätin Mauren | 24. August 2019

In der Gemeinderatssitzung im Mai 2019 habe ich der aktuellen Planung zur Zentrumsgestaltung Zuschg nicht zugestimmt. Aus meiner Sicht sollten einige Aspekte noch sorgfältig geprüft werden, bevor der Landtag knapp 5 Millionen Franken für die Zentrumsumfahrung ausgibt.
Dass das Dorfzentrum Schaanwald attraktiver werden soll, finde ich wie alle anderen gut. Die zentrale Frage dabei ist, was es braucht, damit ein belebtes Zentrum entstehen kann. Lebendigkeit entsteht, wenn sich Menschen auf einem Platz gerne aufhalten. Sicher und wohl fühlen sie sich dann, wenn noch andere Menschen da sind. Vielfältige Begegnungen zwischen unterschiedlichen Menschen beleben ein Zentrum und machen es attraktiv.
Was kann nun die Politik dazu beitragen? Unbestritten ist, dass Schaanwald eine Verkehrsberuhigung braucht. Genauso wichtig ist aber auch, dass der neue Platz Menschen zum Verweilen einlädt. Übernimmt ein attraktiv gestaltetes Zentrum vielfältige Funktionen, bewirkt das, dass Menschen den Platz nutzen und sich auch gerne dort hinsetzen. Das ist der Grund, weshalb es so wichtig ist, die Bushaltestelle und den Dorfplatz miteinander zu verbinden. Die Menschen, die mit dem Bus fahren, kommen zu Fuss oder mit dem Rad zur Bushaltestelle. Sie warten dort und beleben das Zentrum.
Der aktuelle Vorschlag sieht vor, dass die Bushaltestelle an die neue Strasse verlegt wird, obwohl auf dem Dorfplatz Parkplätze entstehen. Für Menschen, die mit dem Auto oder dem Motorrad ins Zentrum kommen, wird es bequem. An den Rand geschoben werden die Menschen, die den Bus benutzen. Sie müssen künftig einen weiteren Weg zur Bushaltestelle zurücklegen und abseits des Dorfplatzes an der stark befahrenen Strasse warten.
Das ist aus meiner Sicht eine verpasste Chance. In einer Zeit, in der wir bereits die ersten Folgen des Klimawandels spüren und sich junge Menschen weltweit für Veränderungen engagieren, muss auch die Politik umdenken. Sie hat sich für die Lösungen zu entscheiden, die umwelt- und klimafreundliches Verhalten – also Bus fahren – belohnen. Mein Nein zur Genehmigung des aktuellen Vorschlags soll bewirken, dass die Frage, wo die Bushaltestelle zu liegen kommt, sorgfältig betrachtet und öffentlich diskutiert wird.

Andrea Matt,
Gemeinderätin Mauren

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