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Leserbrief

Die Justiz und das Tierschutzgesetz

Martin Hilti,Präsident Tierschutzverein, Schwarz Strässle 35, Schaan | 21. August 2019

Zum zweiten Mal innert kurzer Zeit hat unsere Justiz bei Übertretungen gegen das Tierschutzgesetz (Tierquälerei) eine unverständlich milde Strafe verhängt.
Der neueste Fall ist besonders tragisch: Ein Betriebsleiter, also eine landwirtschaftlich ausgebildete Vertrauensperson, die während der Abwesenheit eines Bauern dessen Betrieb leitet, traktiert zuerst während 20 Minuten eine festliegende Kuh mit Elektroschocks. Dies ist schon ein klares Vergehen gegen das Tierschutzgesetz. Ein paar Tage später verletzt er mit einer Mistgabel das arme Tier mehrmals im Rückenbereich. Die Wunden werden eitrig, der Landwirt muss die Kuh euthanasieren lassen.
Der Betriebsleiter streitet trotz Zeugen alles ab und zeigt keinerlei Reue. Und unsere Justiz bestraft diese grauenvolle Tat mit einer Bagatellstrafe: 1200 Franken bedingt auf drei Jahre. Der Täter wird also weiterhin im Vertrauen der Landwirte deren Höfe führen! Dies mit der Erfahrung, dass Tierquälerei nicht bestraft wird.
Das Tierschutzgesetz und das Wohl der Tiere scheinen jedenfalls vor Gericht keinen grossen Stellenwert zu haben. Wir verstehen dies nicht und hoffen, dass der Fall noch nicht abgeschlossen ist. Es ist eine Schande!

Martin Hilti,
Präsident Tierschutzverein,
Schwarz Strässle 35, Schaan

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