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Leserbrief

Ausgrenzendes «Liechtenstein-Lied»

Evelyne Bermann,Reschweg 3, Schaan | 17. August 2019

Ich habe mir im Vorfeld weder alle Vorschläge für das «Liechtenstein-Lied» angehört noch an der Abstimmung darüber teilgenommen. Und so war das Lied, das gestern anlässlich der Jubiläumsfeier gesungen wurde, für mich eine Premiere.
Ich war und bin schockiert über die Strophe «Z’Liachtastä hässt ma …» gefolgt ausschliesslich von Namen ältest-eingesessener Familien. Alle anderen waren ausgegrenzt. Obwohl ich vor beinahe 70 Jahren im Land geboren wurde, hier aufgewachsen bin und mit 23 Jahren über eine Bürgerabstimmung die liechtensteinische Staatsbürgerschaft erhalten habe, hat mich diese Ausgrenzung Jahrzehnte lang verfolgt. «A richtigi Liächtaschtäneri bisch denn no lang ned.» Erst mit der erleichterten Einbürgerung Alteingesessener und der Weitergabe der Staatsbürgerschaft durch liechtensteinische Mütter hat sich die Sichtbarkeit der «richtigen» Liechtensteinerinnen langsam verloren.
Diese unsägliche Strophe gehört ersatzlos gestrichen, sie ist eine schallende Ohrfeige für viele Bürgerinnen und Bürger! Ganz zu schweigen von jenen Menschen, die seit Langem hier leben, zum Wohlstand beitragen und Liechtenstein auch lieben. Mir hat es die Freude am Jubiläum jedenfalls nachhaltig verdorben.

Evelyne Bermann,
Reschweg 3, Schaan

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