Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

«Drama» macht glücklich

Stefan Kemnitzer,Am Berg 3, Ruggell | 16. August 2019

Die tägliche Dosis «Drama» gehört für die meisten wie «selbstverständlich» zum Leben. Kaum jemand kommt an den Punkt sich zu fragen: Wieso gibt es dieses Verlangen, diese «Sucht» danach? Und sollte es diesen Punkt doch in einem «besinnlichen» Moment geben, wird er schon wieder durch andere Dinge «zerstreut» – Casinos, Gerichtsurteile, Wetter und Greta Thunberg!
Und für nicht wenige gehört es einfach zu ihrem «Glücklich-Sein» dazu, etwas über den neuesten «Streit» im Dorf oder die gegenseitigen «Verunglimpfungen» in den Leserbriefspalten zu lesen. Sie möchten etwas über die neueste Wetterkatastrophe erfahren oder wie «korrupt» es bei der Besetzung der Posten zwischen der Spielcasino Austria AG und der «österreichischen Politik» herging, einfach der «Drama-Szenarien» wegen!
Wieso und weshalb dies so ist, interessiert nicht. Das ist doch nur «psychologischer Kram» und der schafft es nie auf die erste oder zweite Seite der Zeitungen und in die «sozialen Netzwerke», weil es einfach nicht wirklich «aufregend» ist! Wer möchte schon etwas über «Konditionierung» lesen? Es gibt keine Neurobiologen/Neurobiologinnen in Liechtenstein, vielleicht noch den/die eine(n) oder andere(n) Psychologen/Psychologin oder Kinesiologen/ Kinesiologin. Wer weiss denn noch, dass es da einmal ein Experiment mit dem «Pawlow’schen Hund» gab. Und wer erfasst das «Drama», dass bei diesem Hund irgendwann das sabbernde Maul nicht mehr die Folge von dem Fressen war, das vor seiner Nase stand, sondern von einer Glocke, die läutete?! Das «Drama» ist unsere Glocke. Alles andere in uns reagiert nur darauf. Alles andere ist in gewisser Weise nur eine Art «Konsequenz». Und es ist ein schleichendes «Syndrom». Und es ist «unheimlich» und das mit wachsendem «Drama-Potenzial» mindestens für die nächsten 30 Jahre Liechtenstein. Denn es hat sich in «jedermanns/frau» Leben geschlichen und niemand hält inne und sagt: «Stopp! Wartet mal! Was passiert da!»
Deshalb wird es z. B. auch nie einen Vortrag von Prof. Hüther auf einem der Gekons der nächsten Jahre geben, der uns aufklären würde, ob eine «De-Konditionierung» funktionieren kann oder ob es bis ans Lebensende das Schicksal des «Pawlow’schen Hundes» war, immer, wenn er eine Glocke läuten hörte, mit seinem sabbernden Maul zu leben, oder ob er vielleicht sogar daran zugrunde ging.

Stefan Kemnitzer,
Am Berg 3, Ruggell

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung