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Leserbrief

Wille-Areal nicht das Gelbe vom Ei

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 12. August 2019

In der ««Liezeit», Ausgabe August 2019, die kürzlich im Briefkasten steckte, wird hauptsächlich das Spitalbauprojekt Wille-Areal angesprochen. Die Regierung und der Stiftungsrat vom Landesspital favorisieren diesen Standort. Mehrere «Liezeit»-Artikel zeigen, dass das favorisierte Spitalprojekt auf viel Kritik stosst. So schreibt man mit grossen Lettern, dass das Wille-Areal als Standort für ein Spital-Neubau völlig untauglich ist. Zwei Seiten weiter ist als Titel gesetzt: «Planlosigkeit und fehlende Glaubwürdigkeit.» Im Text wird erwähnt, dass die Gas-Hochdruckleitung aus sicherheitstechnischen Gründen verlegt werden muss.
Alle Jahre wieder, jeweils am ersten Mittwoch des Monats Februar findet ab 13 Uhr in der Schweiz der jährliche Sirenentest statt. So auch bei uns. Ab 14.15 Uhr wird in gefährdeten Gebieten unterhalb von Stauanlagen das Zeichen «Wasseralarm» ausgelöst. Es besteht aus zwölf tiefen Dauertönen von je 20 Sekunden in Abständen von je 10 Sekunden. So auch bei uns, weil wir bei einem Dammbruch einer Stauanlage, beispielsweise der Stauseen im Calfeisertal oberhalb von Bad Ragaz betroffen wären. Die Ursachen eines Staudammbruches können sein: anormales Verhalten der Talsperre oder ihres Untergrundes; Massesturz in die Stauhaltung (Fels, Eis, Schnee); Hochwasser;Erdbeben; Sabotage; militärische Einwirkung. Die Informationen bezüglich dem jährlichen Sirenentest erfolgen auch in unseren Landeszeitungen. Wenn plötzlich und nicht angekündigt die Sirenen ertönen, bedeutet dies, dass eine Gefährdung der Bevölkerung möglich ist. In diesem Fall ist die Bevölkerung aufgefordert, Radio zu hören, die Anweisungen der Behörden zu befolgen und die Nachbarn zu informieren. Der «Wasseralarm» bedeutet, dass man das gefährdete Gebiet sofort verlassen soll.
Bei einer Talüberschwemmung wäre die Erreichbarkeit des Spitals auf dem Wille-Areal, auch der Alternative mit dem Namen «Wäldli-Areal», massiv eingeschränkt. Die Patienten müssten sofort in die oberen Stockwerke verlegt werden. Die unteren Stockwerke wären nach einem Dammbruch einer Staumauer, oder auch wenn der Rheindamm wegen eines 500-jährigen oder ein 1000-jährigen südlich der beiden Reinbrücken Vaduz-Sevelen bricht, monatelang nicht mehr nutzbar. Die Patienten müssten nach Grabs oder andere Spitäler verlegt werden.
Die Rheinnot von 1928, als grosse Teile der Tallandschaft in Schaan und dem Unterland überschwemmt wurden, war kein eigentliches Naturereignis. Es wurde damals der Rat der Schweizer, die Eisenbahnbrücke anzuheben, nicht befolgt. Das Hochwasser staute sich an der Eisenbahnbrücke und verursachte den Dammbruch.
Auch aus diesen Gründen ist ein Spitalneubau auf dem Wille-Areal nicht das Gelbe vom Ei.
Nicht nur die Naturkräfte verursachen Überschwemmungen und Katastrophen, sondern auch fehlerbehaftete Projekte.

Hans Frommelt, Gapont, Triesen

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