Volksblatt Werbung
Leserbrief

«Vorgaben vom Landtag wären angezeigt»

Hans Frommelt,Gapont, Triesen | 25. Juli 2019

In der Medienmitteilung der Regierung bezüglich Beantwortung der Interpellation zu Photovoltaik und E-Mobilität steht unter anderem, «dass ein positiver globaler Effekt zur Minderung der CO2-Emissionen durch Elektromobilität vor allem dann erreicht werden kann, wenn auch die Stromproduktion für die Elektrofahrzeuge entsprechend erneuerbar gestaltet wird. Daher will die Regierung im Sinne der ökologischen Zielsetzungen nicht nur einseitig auf die Elektrifizierung des Verkehrs setzen, sondern das gesamte Verkehrsbedürfnis im Mobilitätskonzept beleuchten».
Unsere CO2-Emissionen haben, auch wenn bei uns über zwei Autos pro Einwohner mehr oder weniger herumstehen, kaum bis gar keinen Einfluss auf die globale CO2-Zunahme. Da werden Proportionen aufgestellt, die am eigentlichen Ziel vorbeischiessen. Die CO2-Emissionen sind bei Fahrzeugen praktisch direkt proportional zum Diesel- und Benzinverbrauch. Gemäss Energiestatistiken ist bei uns der Energieverbrauch leicht rückgängig, folglich auch die CO2-Emissionen. Bei der Diskussion bezüglich angepasster Verkehrsmittel für unser Land geht es nicht um die CO2-Emissionen, sondern um die Stickoxyde, welche die Autos mit Verbrennungsmotoren in unsere Luft pesten.
Bei Inversions-Wetterlagen – die sind besonders im Winter recht häufig – schnaufen wir die schadstoffbelastete Luft überproportional ein.
Neue Autos, das Schlagwort ist Euro 6+, sind da wesentlich besser als ältere Fahrzuge. Es geht aber auch um Bremsenabriebstaub, welcher unsere Luft und unsere Böden belastet, etc. Ein Elektroauto rekuperiert Strom beim Bremsen und Abwärtsfahren, welcher dann in den Batterien zwischengespeichert wird. Da liegt der grosse Vorteil der Elektrofahrzeuge jeder Art. Wenn diese dann noch mit Strom von der Fotovoltaik, Wind- und Wasserkraft betrieben werden, kommen wir bezüglich Lärmemissionen und Luftreinheit einen wesentlichen Schritt weiter.
Um solche Ziele zu erreichen, braucht es beides: Sowohl die Förderung der Erneuerbaren Energien (Wind-, Wasser und Sonnenenergienutzung) als auch einen Paradigmenwechsel hin zu Elektroautos, gemeint sind diese Fahrzeuge, welche vorwiegend nur in Liechtenstein herumfahren. Gezielt formuliert: Lieferautos, Verkehrsmittel für Kurierdienste, Serviceautos, Lastwagen, Busse, Taxis, etc.
Da erhält man schon den Eindruck, dass die heutige Problematik bezüglich Klima und Gesundheit nicht erkannt ist. Die einzelnen Textpassage der Medienmitteilung vermitteln eine abwartende Einstellung der Regierung und hinken dem heutigen Zeitgeist hinterher.

Die EU-Politik und -Autoindustrie hat da eindeutige Ziele gesetzt. Logischerweise können solche Ziele in einer demokratisch legitimierten Volkswirtschaft nicht innert Monaten erreicht werden. Autokratisch regierte Länder hinken da Jahrzehnte hinterdrein, nebenbei erwähnt. Auch in dieser Beziehung wären Vorgaben vom Landtag angezeigt.

Hans Frommelt,
Gapont, Triesen

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung