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Leserbrief

Weder LKW noch Regierung sollten Ziele vorgeben

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 22. Juli 2019

Das «Volksblatt» meint im Beitrag bezüglich der Interpellationsbeantwortung zur Energiestrategie 2030 der Regierung: «Auch der Solarweltmeister muss sich künftig noch anstrengen.» Die Regierung sieht gemäss «Volksblatt» keine Pflicht, bei Neubauten auf Solarenergienutzung zu setzen. Die Begründung, dass man keine Pflicht zur Sonnenenergienutzung auf Neubauten einführen will, wird damit begründet, dass die LKW beim Stromkauf benachteiligt würde. Die Regierung meint, gemäss «Volksblatt»: «Letztlich wäre es ein Markteingriff, welcher auch für andere Akteure auf dem liechtensteinischen Strommarkt in gleicher Weise gelten müsste.»
Die Stromproduktion mittels thermischen Kraftwerken auf Basis der fossilen Energien wie Öl, Gas, Kohle, auch Atomkraftwerke sind nicht gleichzusetzen mit der Sonnenenergienutzung mittels Wasserkraft und der Fotovoltaik. Bei der Sonnenenergienutzung bezihungsweise der Nutzung der Erneuerbaren (Wasserkraft und Fotovoltaik) fallen keine Energiekosten an. Bei der Nutzung der fossilen Energie inklusive der Atomkraftwerken schon. Die Investitions- und Betriebskosten der fossilen Kraftwerke und die Sonnenenergienutzung sind deshalb äusserst unterschiedlich und basieren auf grundverschiedenen Buchhaltungsphilosophien.
Die Geschichte zeigt, dass die Stromproduktion immer schon mittels Steuergeldern, zum Teil sehr massiv unterstützt wurde. Lawena- und Saminakraftwerk wurden vom Land gebaut und nach Vollendung den LKW zur treuhänderischen Verwaltung übergeben.
Es geht bei dem Paradigmenwechsel von der Nutzung fossiler Brennstoffe zur vermehrten Nutzung der Erneuerbaren Energie nicht um Akteure im Strommarkt, sondern um einen Beitrag für eine andere Zukunft unserer Kinder, weg vom Erdöl aus unsicheren Ländern. Reduzierung der Luftschadstoffe, Ausstieg aus der Atomkraftnutzung wo es einen Supergau geben kann, weg aus der Problematik mit den radioaktiven Abfällen, weg aus dem Zentralismus bei der Stromproduktion, etc. und nicht um ein vermeintliches Funktionieren eines heute äusserst verzerrten Strommarktes.
Es geht da auch nicht um einen Schutz des derzeitigen Strommarktes, sondern um Pflichten im Rahmen der Klimawandeldiskussionen.
Bei Neubauten gibt es die baugesetzlich vorgegebene Pflicht, dass bestens isoliert werden muss. Die Fotovoltaik auf Dächern wird zum Beispiel in Triesen in der Kernzone nicht toleriert, thermische Kollektoren schon! Ein Widerspruch sondergleichen.
Wärmepumpenheizungen auf Basis Atom- und Kohlenstrom werden mit Steuergeldern finanziell unterstützt.
Die Förderung der Sonnenenergienutzung wurde die vergangenen Jahre laufend reduziert. Ein Hauptpunkt für die Stromproduktion in Zukunft ist unter anderem, die völlige Verzerrung unseres heutigen Strommarktes aufzuheben und eine Gleichheit zu schaffen und nicht einen völlig verzerrten Strommarkt zu schützen.
Gemäss «Volksblatt» will die Regierung den LKW keine Vorgaben bezüglich der Strombeschaffung machen. Genau bei diesem Punkt sind unsere Landtagsabgeordneten in der Pflicht. Weder LKW noch Regierung sollten die Ziele einer Energiepolitik festschreiben ob weiterhin Atom- und Kohlenstrom gehandelt werden soll, sondern der Landtag.

Hans Frommelt, Gapont, Triesen

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