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Leserbrief

Martin aus Zürich hat sich geärgert ...

Hans Mechnig, Tröxlegass 46, Schaan | 18. Juli 2019

... wie es sein Leserbrief im «Volksblatt» vom 17. Juli vermuten lässt. Stein des Anstosses war offensichtlich mein Leserbrief von vergangener Woche, den er anscheinend unter anderem (richtigerweise) auch als Kritik an der sozialistischen Internationalen verstanden hat.
Das verleitet mich zur Annahme, dass er selber durchaus Sympathien für diese «ehrenwerte Gesellschaft» hegt. Wohlgemerkt wäre und ist das nicht mehr und nicht weniger als sein gutes Recht und beileibe kein Grund, darauf nun meinerseits wieder mit einem Leserbrief zu antworten. Keineswegs!
Interessant finde ich seine Zeilen aus einem anderen Grund. Sie zeigen exemplarisch die bewährte (!) Taktik, mit der Leute aus diesem Umfeld, mittlerweile fast schon reflexartig auf alles reagieren, was auch nur ansatzweise als Kritik verstanden werden könnte. Eventuell ist das auch für den einen oder anderen Leser nicht völlig uninteressant. Im täglichen Leben ist das Phänomen allgegenwärtig. Denken Sie an Donald Trump oder aktuell – aus umgekehrter Perspektive zwar – an die Kapitänin Rackete beispielsweise, die Frauenquote oder den sogenannten «Gender Pay Gap».
Die gängigsten Verhaltensmuster sind nicht schwierig zu erkennen. Zu erwähnen ist da in erster Linie einmal, dass man die Argumente allfälliger «Gegner» abqualifiziert. Sofern man ihm überhaupt welche zugesteht, bezeichnet man sie zum Beispiel als plump oder als polarisierend, so wie Martin das tut. Das stellt man so in den Raum, ohne weiter konkret darauf einzugehen. Beliebt in diesem Zusammenhang sind auch Begriffe wie «populistisch» oder «hetzerisch»; oder man unterstellt dem erklärten Feinde irgendeine Phobie oder besser noch, gleich mehrere Phobien. Auch wenn Martin im vorliegenden Fall auf diese «Massnahme» verzichtet hat.
Was er sich nicht gänzlich verkneifen konnte, ist das Säen von Gerüchten und Unterstellungen, als weitere, quasi «flankierende Massnahme» sozusagen. Das Ziel dieser Strategien ist immer das gleiche. Sich selber auf die moralisch überlegene Ebene zu hieven; vorgeblich für das Gute zu stehen und damit die Deutungshoheit zu vereinnahmen. Konkretes, rationales Argumentieren ist ab diesem Moment völlig überflüssig.

Hans Mechnig, Tröxlegass 46, Schaan

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