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Leserbrief

Besonderheiten des Kollektiv-Leserbriefs

Hans Mechnig, Tröxlegass 46, Schaan | 12. Juli 2019

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass sich der Kollektiv-Leserbrief zunehmender Beliebtheit erfreut. Nicht ausnahmslos zwar. Insbesondere aber doch. Vor allem bei Zeitgenossinnen und -genossen, die sich im politischen Alltag unverdrossen bemühen, uns, im Grossen wie im Kleinen, den zahlreichen Segnungen des Sozialismus näherzubringen. Zwecks der konkreten Anschauung verweise ich auf den Beitrag «Bitterer Nachgeschmack und viele offene Fragen» in den Ausgaben von «Vaterland» und «Volksblatt» vom 11. Juli 2019. Bezeichnenderweise erneut mit Bezug zu den Ereignissen um die Absetzung der Ministerin, Frau Aurelia Frick. Bei einem grossen Teil der Unterzeichner handelt es sich um Menschen, die doch eher mit einem linken Weltbild sympathisieren, wage ich zu behaupten. Wie ist das zu erklären? Dass es sich um Menschen handelt, die konsequenterweise eben grundsätzlich dem Kollektiv den Vorrang vor dem Individuum geben? So eben auch dem Kollektiv-Leserbrief? Zu banal, taugt allenfalls als Scherzantwort. Oder sind sie einfach sensibler als andere, wenn es um Recht und Gerechtigkeit geht? Um Mitgefühl, Toleranz und Verständnis? Auch das kann man getrost vergessen, wenn man sich vor Augen hält, wie die nationalen und internationalen Sozialisten in der Vergangenheit mit ihren politischen Gegnern umgesprungen sind und auch in der Gegenwart umspringen, wenn sie die dazu notwendigen Machtpositionen erst einmal besetzt haben. Glücklich, wer da nur abgesetzt worden ist. Das ist es definitiv auch nicht! Und doch kommen wir der Sache etwas näher. Für die linken Unterzeichner des Kollektiv-Leserbriefs war und ist Frau Frick eben nicht der politische Gegner, sondern eine der ihren. Niemand in der Regierung hat zuverlässiger als sie linke Positionen vertreten. Ob Frauenquote, Chancengleichheit, Migrationspakt oder Klimapolitik. Immer haarscharf auf Linie mit unseren roten Weissen und mit Berlin, Paris, Brüssel und New York. Wen interessiert da schon Planken, Ruggell und das Malbun? Und das schmerzt dann natürlich, wenn man jemanden in so einer Position hat und dann unversehens verliert. Noch dazu ursprünglich eigentlich eingesetzt von der vermeintlichen Konkurrenz, dem Klassenfeind. Dabei gibt es wenig Grund zum Pessimismus. Die Chancen auf eine zeitgeistaffine Nachfolge stehen nie schlecht. Mut braucht heutzutage das Vertreten von konservativen Positionen. Damit ist kaum mehr ein Blumentopf zu gewinnen. Zumindest nicht bei unseren roten Weissen und auch nicht in Berlin, Paris, Brüssel und New York.

Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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