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Leserbrief

Macht er Klimaziele Liechtensteins zunichte?

Eduard Röllin, Elektroingenieur, IG Fluglärm Balzers | 4. Juli 2019

Momentan ist CO2 in aller Munde wegen der Klimaerwärmung. Menschen weltweit fordern von ihren Regierungen konkrete Massnahmen zur Eindämmung des CO2-Ausstos­ses. Liechtenstein hat das Kyoto Abkommen unterzeichnet und ist somit verpflichtet, bis ins Jahr 2020 Treibhausgase um 20 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 1990 zu reduzieren.
Der Heliport Balzers verbrauchte vor der Erweiterung 2017 1,1 Millionen Liter Kerosin pro Jahr! Das steht im Umweltbericht aus dem Jahr 2016, der zur Erweiterung des Heliport Balzers eingereicht wurde. Der Bericht geht davon aus, dass es jetzt nach der Erweiterung 1,5 Millionen Liter Kerosin pro Jahr sind. Das ist eine Steigerung von 36 Prozent! Laut Berechnungen eines Experten (Amt für Umwelt) ist der Heliport Balzers damit für rund 2 Prozent des gesamten CO2 Ausstosses in Liechtenstein verantwortlich, das heisst 1/50 des Gesamtausstosses! Wie passt das mit der vereinbarten Reduktion zusammen?
In Balzers fand am Samstag, den 15. Juni, der Tag der offenen Basis statt, an dem laut Zeitung über 2500 Besucher anwesend waren. Es wurden den ganzen Tag Schnupper- und Rundflüge durchgeführt. Der Umwelt zuliebe? Wie passt das in unsere Zeit, in der wir vor dem Klimakollaps stehen?
Die Liechtensteinische Regierung ist aufgefordert, CO2 zu reduzieren. Sie fördert den Kauf von effizienten Fahrzeugen, Heizungen etc. mit Subventionen. Andererseits haben wir eine 36-Prozent-CO2-Zunahme beim Heliport Balzers. Sollte nicht jeder seinen Beitrag für die Umwelt leisten? Die Regierung kann eine CO2-Reduktion im Flugverkehr mit einer Beschränkung der Anzahl Flüge und einem Verbot von Touristenflügen vorbildlich und schnell umsetzen, um die Klimaziele nicht zu verfehlen.

Eduard Röllin, Elektroingenieur, IG Fluglärm Balzers

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