Leserbrief

Respektiere die Privatsphäre, auch bei Vögeln

Liechtensteinischer Ornitho- logischer Landesverband | 29. Juni 2019

Es ist erfreulich, dass der Eisvogel bei uns wieder brütet, wie das Leserfoto im «Volksblatt» vom 27. Juni auch belegt. Weniger erfreulich ist die Tatsache, dass sich Fotografen immer wieder über alle Verhaltensregeln hinwegsetzen und fütternde Vögel mit Jungen an ihren Niststätten fotografieren und zu mitunter erheblichen Störungen beitragen. So rät auch die Vogelwarte Sempach in einem Verhaltenskodex zur Vermeidung von Störungen brütender und fütternder Vögel, da diese am Nest oder in dessen Nähe besonders störanfällig sind. Auch das Naturschutzgesetz in Art. 28c verbietet das Fotografieren, Filmen etc. von spezifisch geschützten Tierarten wie dem Eisvogel an ihren Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten ausdrücklich.
Das Veröffentlichen von Fotos von Jungvögeln geschützter Arten ist ohnehin verpönt.
Wohin das führt zeigte sich letzthin auch bei einer Wiedehopf-Brut in unserer Region. Nach Bekanntwerden des Brutstandortes über Social Media erschienen bis zu 10 Fotografen am besagten Ort, um möglichst nah die besten Schnappschüsse machen zu können.
«Hände weg von Jungvögeln» gilt auch für Fotografen. Es ist zu hoffen, dass sich gerade diese an und für sich naturverbundenen Personen an die Regeln halten und Zeitungen Bilder mit Jungvögeln generell nicht veröffentlichen.


Liechtensteinischer Ornitho- logischer Landesverband

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