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Leserbrief

Einsprunggatter – Klingt doch gut. Bleiben wir aber bei den Tatsachen!

Vorstand der Liechtensteiner Jägerschaft | 19. Juni 2019

Scheinbar sind bei Wikipedia keine schlüssigen Informationen zu finden, was ein «Einsprung» oder «Reduktionsgatter» ist. Wir wurden auch schon mehrfach direkt angefragt, was das ist und was sich dort abspielt. Es wurde nun schon in einigen Leserbriefen darüber geschrieben, trotzdem möchten auch wir den Zeitungsleser darüber informieren, was sich hinter diesen harmlos klingenden Begriffen versteckt. Zuerst ist klarzustellen: Die Begriffe «Einsprung» und «Reduktionsgatter» sind Verharmlosungen für eine ganz perfide Tötungsmaschinerie. Es handelt sich dabei tatsächlich um «Todesgatter» in die die Wildtiere mit Futter reingelockt werden, um sie darin zu erschies­sen. Eine Rücksichtnahme auf Mutter- und Jungtiere, schwangere Tiere usw. ist dabei nicht möglich. Was drin ist, wird erschossen. Es kann dabei nicht festgestellt werden, ob ein Muttertier im Gatter erschossen wird, deren Jungtier noch ausserhalb ist und dann verhungert. Schwangere Tiere im Gatter können nicht separiert werden, sondern werden ebenfalls erschossen. Das ungeborene Kalb erstickt dann im toten Körper der Mutter. In der Regel sind mehrere Tiere im Gatter. Glücklich kann sich das erste Tier schätzen, das erschossen wird. Es merkt kaum etwas. Alle anderen versuchen nach dem ersten Schuss in Panik die Zäune zu überspringen, verheddern oder verletzen sich darin bis sie dann endlich auch durch einen Schuss – oder zwei oder drei Schüsse – erlöst werden. Was daran «tierschutzgerecht» sein soll, können wir uns beim besten Willen nicht vorstellen. Auch die Gesetzeskonformität dieser Massnahme ist äusserst fraglich. Im Jagdbeirat der Regierung haben sich alle jagdlich erfahrenen und ausgebildeten Mitglieder klar und deutlich gegen solche «Todesgatter» ausgesprochen, weil sie weder mit Tierschutz noch mit Jagdethik zu vereinbaren sind und absolut keinen Beitrag zur Waldverjüngung leisten können. Sie wurden leider von den restlichen und jagdlich unkundigen Mitgliedern (Vertreter von Gemeinden, Landwirtschaft und Ämtern) überstimmt. Die erforderliche Reduktion der Wildbestände durch die ordentliche Jagd ist seit Jahren erfolgreich im Gange.

Vorstand der Liechtensteiner Jägerschaft

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