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Leserbrief

Medikamente, Lieferengpässe

Agnes Dentsch,Poliweg 12, Ruggell | 13. Juni 2019

Medien zufolge haben wir wieder mal Lieferengpässe von Medikamenten – wie bereits im Mai und August 2012, im Juli und August 2017 und im April 2018 usw. Interessant ist, dass solche Publikationen immer Mitte des Jahres veröffentlicht werden, warum?
Zurzeit geht es um Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Antibiotika und Impfstoffe. Wieder eine Angstmacherei der Pharmariesen? Oder weil z. B. Aspirin zu billig ist? Oder zu wenig Blutdrucksenker verkauft wurden? Oder weil immer mehr Antibiotika unwirksam sind (Resistenz)? Oder weil zu wenig geimpft wird? Bereits im März 2014 hat der «Beobachter» einen Artikel veröffentlicht (Zitate): «Pharmaexperten sind sich einig: die meisten Medikamenten kann man bedenkenlos über das Verfallsdatum hinaus konsumieren»; «jedes Jahr landen Millionen abgelaufener Medikamente im Müll im Wert von 500 Millionen Franken»; «... statt abgelaufene ­Medikamente unbesehen zu vernichten, sollte man ein paar Tausend Franken für Wirksamkeitstest investieren» (Ende Zitate). Soso, und wer tut das?
Swissmedic-Interview mit Susanne Wegenast (Zitat): «Aus medizinischer Sicht sei eine lange Haltbarkeit nicht nötig. Drei bis fünf Jahre sind mehr als ausreichend. Ein Medikament sollte gezielt bei einer Erkrankung eingesetzt und danach nicht als Vorrat aufbewahrt werden» (Ende Zitat).
Wow! Medikamente gezielt einsetzen und nicht horten! Warum werden dann in Spitälern, Arztpraxen und Altersheimen Medikamente gehortet und dann wegen Verfallsdatum entsorgt? Wie viel, wohlgemerkt von den Patienten bezahlte Medi­kamente werden in Liechtenstein vernichtet? Wie viel Geld könnten wir Prämien- und Steuerzahler einsparen, wenn wir weniger Medikamente vernichten würden? Geschweige der Tatsache, dass zu viel Medikamente noch kränker machen ... und überhaupt sollte das Motto heissen: «So viel wie nötig, so wenig wie möglich» – hat mir übrigens ein renommierter Arzt aus der Schweiz einmal gesagt.
Ich kann nur raten, dass Patienten ihre Medikation sporadisch überprüfen (Polymedikationscheckliste). Ausserdem keine grosse und mehrerere Packungen auf einmal «einkaufen» und horten.


Agnes Dentsch,
Poliweg 12, Ruggell

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