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Leserbrief

Der FC Vaduz braucht wieder eine Seele!

Adi Noventa, ehemaliger Junior des FC Vaduz | 13. Juni 2019

Was mich in diesen Tagen speziell freut, aus Liechtensteiner Sicht? Ja, die 300 Jahre, klar – aber 1. Sieg einer U21 nach 59 Niederlagen (5 Jahrgänge, um eine einzige Mannschaft zu füllen ...), Torschütze mein Gross­neffe und vor allem, dass Martin Stocklasa, ein Eigener, als Trainer dafür verantwortlich zeichnet. Dann der Aufstieg des FC Balzers, der aus meiner Sicht den Liechtensteiner Gedanken am ehesten pflegt. Michele Polverino, ein verdienstvoller Spieler, wird seine immense Erfahrung einbringen, und das Know-how bleibt im Land.
Viel Geld fliesst von der UEFA ins Land, besser als sonst wohin, kann man einwenden. Vom USV seit Jahren direkt in die Taschen von vielen Söldnern, kaum nachhaltig, aber «erfolgreich». Statt den Aufstieg in eine 1.-Liga-Promotion anzupeilen, wäre es intelligent, noch einen Liechtensteiner mehr in die 1. Mann­schaft zu integrieren. Ein Aufstieg «hilft» nur dem Trainer, aber nicht dem Verein, noch weniger Liechtenstein, noch weniger der Zufriedenheit der Zuschauer.
Von wegen Geld in die Taschen von Söldnern! Es gibt nur ein Projekt, das einigermassen sinnvoll ist, dass der FC Vaduz, hauptsächlich aus Spieler der Nationalmannschaft zusammengestellt wird. Der FC Vaduz könnte als Startrampe zum Profi dienen. Und wer dann auf dem Weg zum Profi mehr Geld verdienen will, soll sich im benachbarten Ausland bewähren und dann mit gefülltem Rucksack an Erfahrung und Erlebnissen zurückkommen. Für diese Rückkehrer brauchen wir freie Kapazitäten, die nicht von maximal durchschnittlichen Reisläufern bereits besetzt sind. Viele Nationen leben von den Spielern, die sich im Ausland steigerten. Es gibt leider Nationen oder ist es ein Glück, deren Nationalspieler ohne Ausnahme Ausland-Professionals sind.
Ein gemeinsamer Trainer für den FC Vaduz und die FL-Nationalmannschaft und Nationalspieler, die zuerst einmal beim FC Vaduz Praxis sammeln, ob dies in der Challenge League oder in der 1.-Liga-Promotion passiert, ist nicht von grosser Bedeutung. Wenn ich mir überlege, welche Summe der FC Vaduz in den vergangenen Jahren ausgegeben hat. Mit welcher Nachhaltigkeit? Ich bedaure den Sponsor, verstehe aber jede Reduktion der hinausgeworfenen Mittel und die Sinnfrage.
Dem FC Vaduz wird von Experten nachgesagt, die schlechteste Nachwuchsabteilung zu betreuen. Ich selber habe (leider) noch kein Spiel einer Vaduzer Juniorenmannschaft gesehen, ich muss mich mit der Klassierung in der Zeitung behelfen. Seit Nicolas Hasler hat kein eigener Junior mehr den Sprung zum Profi geschaffen. Bedenklich und bezeichnend in dieser Sache ist auch, dass der FC Vaduz für ein von «Axpo» gesponsertes Fussballcamp von den Schülern 310 Franken verlangt. Zukunftsorientierte Nachwuchsförderung sieht anders aus.
Als Nebenprodukt einer Liechtensteiner Lösung, eines Liechtensteiner Weges, eigentlich ein «Zweiter Bildungsweg» wäre die Nachhaltigkeit auf allen Ebenen gegeben, und die Zuschauer, nicht die Fans, könnten sich wieder mit der Mannschaft identifizieren. Dass fast alle Urgesteine des FC Vaduz den Weg ins Rheinpark-Stadion meiden, ich gehöre auch dazu, hat wohl seinen Grund. Darüber nachzudenken, würde sich lohnen. Der FC Vaduz braucht wieder eine Seele. Dies zu verwirklichen, wäre eine spannende Aufgabe für den neuen Präsidenten mit Charisma, vielleicht auch Sachverstand – wäre kein Nachteil.
It’s time for a change, for a real change!

Adi Noventa, ehemaliger Junior des FC Vaduz

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