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Leserbrief

Feinverteilungsverkehr im Rheintal

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 10. Mai 2019

Es gibt immer mehr Einwohner im Rheintal. Bei uns in Liechtenstein immer mehr Arbeitsplätze. Das Produziert einen zunehmenden Arbeitswegverkehr von Vorarlberg und über die Rheinbrücken nach Liechtenstein. Man spricht da von der Feinverteilung beim Personenverkehr. Bezogen auf unseren Metropolitanraum Rheintal ist die SBB-ÖBB-Normalspur wohl nicht unbedingt ein effizientes und ökologisches Verkehrsmittel. Das im Rheintal bestehende SBB-ÖBB-Normalspur-Schienensystem wurde vor rund 150 Jahre konzipiert. Unsere kleinräumigen Wohn-, Gewerbe- und Industriezonen können heute kaum vom bestehenden SBB-Schienennetz profitieren. Zudem, die Ankopplung der ÖBB an die Schweiz bei St. Margreten sowie durch Liechtenstein ist nur eingleisig. Ebenso die Ankopplung an Deutschland zwischen Bregenz und Lindau. Derzeit weist die SBB darauf hin, dass ab Dezember 2019 der grenzüberschreitende Haupt-Eisenbahnverkehr ab Chur Richtung Paris und Deutschland via Zürich-Basel qualitativ wesentlich aufgewertet wird. Man wird auf neue Hochgeschwindigkeitszüge setzen, um die Fahrtzeiten nochmals zu reduzieren. Das kommt dem Tourismus, dem Freizeitverkehr, aber auch dem internationalen Berufsverkehr entgegen. Solche Qualitätsverbesserungen zwischen Chur und München sind wegen der einspurigen ÖBB-Normalspur durch Liechtenstein und die verkehrt in der Landschaft liegenden Bahnhofseinfahrten bei Buchs und Feldkirch kaum möglich. Und jetzt will der VCL mit seinem Tram-Bahnprojekt die SBB-Schiene von Trübbach bis Sargans noch zusätzlich belasten. Es ist kaum vorstellbar, dass die SBB grünes Licht für ein solches Projekt erteilen wird. Wenn die Politik zur Ansicht kommt, dass ein Eisenbahnbau durch Liechtenstein sinnvoll ist, dann muss man den Eisenbahn-Haupt- beziehungsweise Metroverkehr Richtung Zürich, Paris, Hamburg, München von unserem Feinverteilungsverkehr trennen. Aus naheliegenden Gründen steht dann eine Meterspurverbindung durch Liechtenstein, von der Rhätischen Bahn zu den Appenzellerbahnen im Vordergrund. Beide Bahngesellschaften sind gegenseitig kompatibel. Zudem ist die Meterspur für die Personenfeinverteilung wesentlich ökologischer gegenüber der nicht grössenverträglich projektierten S-Bahn «FL–A–CH» sowie einer Normalspur-Trambahn auf SBB-ÖBB-Normalspurbasis. Die RhB-Meterspur kann auch besser, billiger und mit weniger Landbedarf in eine Landschaft integriert werden.

Hans Frommelt, Gapont, Triesen

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