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Leserbrief

Digitaler Wahnsinn

Lowal- und Palduinstrasse, Balzers | 2. Mai 2019

Wir fragen uns, wo das noch hinführen soll? Ein Waldlehrpfad, der einlädt, sein Smartphone/Tablet mitzubringen? Eine Regierung und ein Landtag, die entscheiden, dass jedes Kind ein eigenes Tablet bekommen soll, zur Nutzung in der Schule? Wo bleiben die wirklich wichtigen Dinge in der heutigen Gesellschaft? Müsste ein Waldlehrpfad nicht eher dazu einladen, sein Gerät eben gerade einmal zu Hause zu lassen und unsere wundervolle Natur mit Händen, Augen, Ohren zu geniessen und zu erleben? Nun gut, in der Freizeit kann man sich entscheiden, Aktivitäten zu machen ohne Smartphone, wenn man davon nicht begeistert ist. Aber in der Schule? Da gibt es kein Ausweichen. Da werden die Kinder diesem digitalen Überfluss und den Strahlen einfach ausgesetzt. Tagtäglich, Stunden für Stunden. Wäre eine Schule nicht zuerst einmal verantwortlich, den Kindern zu zeigen, was alles in ihnen steckt? Wozu sie fähig sind, ohne technische Hilfsmittel? Ihnen Selbstvertrauen zu vermitteln und sie in ihrer Selbstständigkeit zu fördern? Ist es wirklich das Ziel, ihnen diese wertvollen Erfahrungen und wichtigen Entwicklungsschritte vorzuenthalten? Digitaler «Fortschritt» um jeden Preis? Egal, was das für Folgen haben könnte für die Entwicklung der Kinder? Alle Warnungen von Experten ignorierend? Egal, ob es überhaupt einen Mehrwert hat für die schulische Entwicklung?
Liebe Entscheidungsträger/-innen, unsere Kinder sind das wertvollste Gut, das unsere Gesellschaft hat. Sie entscheiden über das Wohl unserer Kinder. Bevor die Millionen von Geldern sprechen und unsere Kinder diesem digitalen Überfluss täglich aussetzen (und zudem so viel Elektroschrott produzieren lassen), besinnen Sie sich auf das Wesentliche und wirklich Wichtige und setzen Sie sich dafür ein. Liebe Pädagogen, setzen Sie sich für unsere Kinder ein, für eine gesunde Entwicklung und einen Unterricht, in dem Werte und Normen noch Platz haben. Damit wir unsere Kinder zu selbstständigen, selbst denkenden Erwachsenen erziehen können, welche zwar die technischen Hilfsmittel und Vorteile der Digitalisierung zu nutzen wissen und gezielt einsetzen können, aber sich ihrer eigenen Fähigkeiten bewusst sind und diese zu schätzen wissen.
Wir sind Eltern von Kindern, die Ihre absolut unbegreifliche Entscheidung über die Anschaffung von Tablets in Kindergarten und Schulen betrifft. Wir sind wütend und sehr besorgt über die Entwicklung dieses digitalen Wahnsinns, den Sie so tatkräftig unterstützen.

Serafine Amstutz, Yvonne und Daniel Dürr, Karin Bolt,

Lowal- und Palduinstrasse, Balzers

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