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Leserbrief

Rheindamm entlasten = Quartiere belasten!

Für die IG «Pro Rheindamm Vaduz» Markus Schädler, Vaduz | 24. April 2019

Unter diesem Titel haben wir am Samstag einen Leserbrief veröffentlich. Leider hat ein Redaktor beim «Volksblatt» diesen eigenmächtig in einen völlig anderen Titel umgewandelt. Warum?
Dafür schrieb David Sele im «Volksblatt» einen Kommentar zur Sperrung des Rheindamms. Darin kommt er für Radfahrer zum Schluss: «Folglich meidet er den Rheindamm, solange ihm dort ein Geländewagen mit 80 km/h entgegenkommen könnte.» Davids Recherche ist ungenügend: Warum weiss er nicht, dass seit rund zwei Jahrzehnten eine Tempo-50-Tafel die Geschwindigkeit regelt? Warum erwähnt er nicht, dass der Vaduzer Rheindamm schon seit bald zwanzig Jahren jeden Tag ab 18 Uhr und an allen Wochenenden und Feiertagen für Autos gesperrt ist? Und: Wie oft wurden in den letzten 20 Jahren Geländewagen-Fahrer wegen Rasens auf dem diskutierten Rheindamm-Abschnitt gebüsst?
Hingegen hat Daniela Fritz eine interessante Grafik aufgeschaltet und die Verkehrszahlen treffend bildlich dargestellt. Leider fehlen in dieser Grafik die diversen parallel zum Rheindamm führenden Radwege: Giessenweg, Haberfeld, Binnendamm, Neufeldweg, Wuhrweg etc. Warum?
Im Zwischentitel bei Frau Fritz heisst es: «910 Autos vs. 360 Radfahrer». Der Rheindamm als einzige Entlastungsmöglichkeit von Vaduz hatte schon 2010 täglich 910 Autos aufzuweisen. Frau Fritz stellt dann auch korrekt fest, dass diese heute «tendenziell leicht höher sein dürften». Die heute also wohl über 1000 Autos müssen den rund 360 Radfahrern weichen, welche mit dem Rheindamm nun einen fünften Radweg erhalten. Führt das am Ende zu Radwegen ohne Radfahrer?
Die 1000 Autos vom Rheindamm sollen alle nur noch über die Landstrasse fahren dürfen. Ein kleiner Unfall und Vaduz steht still. Aber auch ohne Unfall wird dies zu noch mehr Staus führen. Die Herrengasse ist schon heute am Limit. Die zusätzlichen Fahrzeuge in der Herrengasse führen zu Ausweichmanövern durch die Quartiere! Vielleicht haben die Verkehrsingenieure das erkannt und dem Vaduzer Gemeinderat unter «Bewertung und Empfehlung» geschrieben: «Im Hinblick auf die drei Teilabschnitte ist eine Differenzierung der Verkehrsorganisation denkbar, wenn nur eine Teilsperre realisierbar ist» und haben für diesen Fall empfohlen, im Teilbereich Lettstrasse bis Lochgasse kein Autofahrverbot zu erlassen. Der Gemeinderat wusste es besser!? Seinen Beschluss hat er drei Wochen geheim gehalten.
340 Petitionäre ersuchen den neuen Vaduzer Gemeinderat um das Gespräch. Wir werden sehen, ob er demokratischer ausgelegt ist als die alte Zusammensetzung unter Ewald Ospelt und ob er sich der Diskussion öffnen wird.
PS: Wissen Sie schon, dass der Gemeinderat gleichzeitig mit dem Fahrverbot auf dem Rheindamm auch noch bauliche Einengungen auf der Schaanerstrasse und eine Temporeduktion auf 30 km/h beim Schwimmbad erlassen hat? Der Gegenantrag im Gemeinderat, diese Massnahmen vernünftigerweise nur während der Badesaison einzuführen, wurde von der Mehrheit mit 9 zu 3 Stimmen abgelehnt!

Für die IG «Pro Rheindamm Vaduz» Markus Schädler, Vaduz

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