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Leserbrief

«Nicht verstanden, worum es geht»

Valentin Ritter,In der Halde 44, Eschen | 20. April 2019

Zu den Leserbriefen von Jo Schädler (18. April), Tarik Hoch (18. April) und Udo Meesters (15. April):
Wir hören Vertreter einer Generation, die grösstenteils rücksichtslos und mit wenig Zukunftsbewusstsein konsumierte und den Planeten ihren Nachkommen in einem desolaten Zustand hinterlässt. Sie beschweren sich darüber, dass Jugendliche sich um ihre Zukunft sorgen. Ihnen fällt nichts Besseres ein, als sie alle als Kommunisten und Zerstörer zu bezeichnen. Oder noch perfider, sie stürzen sich auf Greta Thunberg und greifen sie persönlich an: «Sich von Leuten mit Autismus in Panik versetzen zu lassen.» Gehts noch? Die Aussagen der genannten Leserbriefschreiber basieren weder auf Fakten noch auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.
«Sozialistische Zwangsbeglückungsmassnahmen» … Was soll das denn bitte sein, etwa eine Massnahme gegen das lebendige Schreddern von Küken? Klar, Idioten gibt es überall, aber bitte unterscheiden Sie doch zwischen Leuten, die mit kommunistischen Parolen an Klimademos mitlaufen, um Aufmerksamkeit zu erregen, und Jugendlichen, die sich ernsthafte Sorgen um ihre Zukunft machen!
Ein Wort zu Deutschland: Mit einfachster Mathematik kann man ausrechnen, dass die Energiewende Deutschland seit 2000 0,5 Prozent des gesamten BIP gekostet hat. Ich will nicht bestreiten, dass das viel Geld ist, jedoch ist diese Zahl weit davon entfernt, die Wirtschaft zu zerstören. Zudem muss man berücksichtigen, dass man durch die neuen Energiequellen nicht mehr von teuren Treibstoff- und Energieimporten abhängig ist, weil der grösste Teil im eigenen Land hergestellt werden kann.
Sie scheinen nicht verstanden zu haben, worum es geht: Zukunftsbewusste Schüler wollen an der Entscheidung teilnehmen, in welcher Welt sie einmal die Renten der Leserbriefschreiber zahlen dürfen. Sie wollen uns nicht in eine Zeit der Sowjetunion zurückversetzen. Ja, die 68er-Bewegung war geprägt von kommunistischen Ideen, doch im Vordergrund stand die Beendigung eines sinnlosen, grausamen Krieges. Auch wir wollen uns gegen einen Krieg engagieren, der allerdings nicht nur Vietnam, sondern die Bevölkerung des gesamten Planeten betrifft.

Valentin Ritter,
In der Halde 44, Eschen

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