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Leserbrief

Lieber Herr Hoch

Fabian Nägele, Engistrasse 4, Triesenberg | 20. April 2019

Sie scheinen wohl die Pointe meines Leserbriefes vom 15. April nicht ganz verstanden und missinterpretiert zu haben.
Natürlich wollte ich niemandes Meinung zensieren, sondern lediglich Klimaskeptiker mit reiner Logik und ohne Fakten – die sowieso direkt als «Fakes» abgestempelt werden – davon überzeugen, dass öffentliche Skepsis in dieser Debatte sinnlos und gefährlich ist. Denn Ihre unfundierten Scheinargumente könnten notwendige Massnahmen behindern.
Ja, das Klima hat sich im Laufe der Geschichte immer schon verändert – aber nicht in diesem Tempo. Dass der Mensch dafür verantwortlich ist, ist keine Spekulation, sondern ein wissenschaftlicher Fakt.
Des Weiteren will ich klarstellen, dass ich keiner Indoktrination unterliege, wie es von Ihnen behauptet wird. Ich bin lediglich ein selbstdenkender junger Mann (oder wie Sie es auszudrücken pflegen: ein «Kindersoldat»), der lediglich durch einen gesunden Menschenverstand erkennt, dass der anthropogene Klimawandel ein Fakt ist und somit klimaschonende Massnahmen unvermeidlich sind.
Sie haben recht: Es wird dadurch zu höheren Besteuerungen kommen – doch ich bin zuversichtlich, dass die meisten Bürger dazu bereit sind, etwas tiefer in die Tasche zu greifen und ihre Freiheit etwas einzugrenzen, um damit die Zukunft weiterer Generationen zu sichern. Denn die eigene Freiheit hört dort auf, wo sie anderen schadet. Natürlich muss dabei darauf geachtet werden, dass es durch lohnabhängige Besteuerungen nicht zu einem Nachteil der Wenigverdienenden kommt, die Ihnen ja augenscheinlich sehr am Herzen liegen, obwohl Sie auf der anderen Seite ganz offensichtlich den Sozialismus (= Unterstützung der Wenigverdienenden) verabscheuen – ein wenig ironisch, oder nicht? Jeglicher negative Aspekt wird hinfällig, wenn man den Zweck dahinter betrachtet. Denn das alles dient dazu, das grösste aktuelle Problem zu lösen: den anthropogenen Klimawandel.
Kein anderes Land hat das Privileg, nur knapp 38 000 Einwohner und somit ein vergleichsweise «leichtes Spiel» zu haben, klimaschonende Massnahmen durchzusetzen. Wir können als Vorbild für massgebende Staaten dienen.
Abschliessend noch zu ihrer Anspielung auf Greta Thunberg: Sie mag an Autismus leiden (was von Ihnen offensichtlich fälschlicherweise als Beeinträchtigung der Intelligenz verstanden wird), doch so ist sich die 16-jährige Schwedin der Auswirkungen des Klimawandels im Gegensatz zu Ihnen zumindest bewusst.

Fabian Nägele, Engistrasse 4, Triesenberg

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