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Leserbrief

Gleiches Amt und unterschiedliche Entlohnung

Alexandra Marion Schädler, Gewerbeweg 3, Vaduz | 18. April 2019

Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner sind mehrheitlich in der Ausübung eines politischen Mandates vornehmlich nebenberuflich tätig. Wer sich für ein politisches Engagement entscheidet, ist deshalb aus meiner Sicht einer Mehrfachbelastung ausgesetzt. Zudem sind politische Mandate mit einer beruflichen Karriere wesentlich leichter vereinbar, wenn der Arbeitsplatz flexible Rahmenbedingungen bietet, und das ist nachweislich nicht bei allen Berufsgruppen möglich. Denn die Doppelbelastung, die zum Teil die Familie, die Ausübung des Berufs zusammen mit einem politischen Mandat mit sich bringen, fordert nicht nur auf Arbeitnehmer-, sondern auch auf Arbeitgeberseite, aber auch vonseiten der Familie gewisse Flexibilität und ein Stück Verständnis und Goodwill. Erschwerend kommt hinzu, dass nebenberufliche politische Arbeit häufig nur bescheiden oder zum Teil auch gar nicht (bspw. die Arbeit in Ortsgruppen) entschädigt wird.
Wir dürfen nicht vergessen, dass die Teilnahme an Sitzungen sowie Vor- und Nachbereitungen politischer Geschäfte sich nicht nur tagsüber erledigen. Es fällt daher auch an Abenden und Wochenenden noch immer viel politische Arbeit an, welche sozusagen letztlich «ehrenamtlich» erledigt wird.
Wird nun aber ein politisches Mandat schlecht abgegolten, rückt es nicht nur in die Nähe von ehrenamtlicher Tätigkeit, sondern wird gleichzeitig zu einer finanziellen Frage – ganz besonders für schlecht bezahlte Berufsgruppen. Es ist daher aus meiner Sicht in einzelnen Gemeinden sicherlich gerechtfertigt, die Entschädigung für politische Arbeit im Sinne der Mandatare anzupassen, um letztlich auch die Qualität und Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Politik zukünftig zu gewährleisten.

Alexandra Marion Schädler, Gewerbeweg 3, Vaduz

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